Bei den Kneisjern vom Hoferkopp kochte der Saal

Bei den Kneisjern vom Hoferkopp kochte der Saal

Zur ersten Kostümsitzung dieser Session in der Turnhalle der Bismarckschule kamen viele Gäste verboozt.

Schon zur Halbzeitpause der ersten Kostümsitzung des Friedrichsthaler Karnevalsvereins "Die Kneisjer" kochte der Saal: Die Ersten standen auf den Stühlen, klatschten zu Musik und Gesang der "Ohrestobbe" oder tanzten im Mittelgang der auf Fastnacht dekorierten Turnhalle der Bismarckschule.

Mundartlich ist das "Kneisje" das Endstück vom Brot, das vor allem Kinder wegen der Kruste gern essen. In Friedrichsthal starteten die Kneisjer am vorigen Samstag ihren Reigen von drei Kostümsitzungen. Cowboy und Indianerinnen waren wieder stark vertreten, lautet doch auch das Motto des diesjährigen Premabüba in Saarbrücken "Wild West". Aber auch Römerin, Piratin oder zwei Bikini-Mädels mit Schwimmring und Schnorchelbrille zeigten wie Besucher in Schlaghosen und bunten Hemden, dass Kostümierung wieder in ist.

Genau wie sie passten Krachlederne und Dirndl zum Motto der Kneisjer: "Von der Alm bis nach Malle, die Kneisjer losses knalle." Nach dem Aufbau ihres Wohnwagen(bilde)s, für das Markus Fuchs und Volker Ernst als Camper sogar den Elferrat einspannten, wurden die Lachmuskeln der rund 170 Besucher bewegt: Sagt der Mann zu seiner Frau: "Wir könnten doch mal wieder Liebe machen?" Sie antwortet: "Nee, loss uns was mache, was du kannschd." Und weiter ging's mit der Frage, warum der Camper-Freund nach jedem Schluck Bier auf ein Bild aus seiner Hosentasche schaute: "Ei, dass iss è Foto von meiner Frau. Unn wenn se scheen iss, gehn ich hemm." Mit "Kneisje ole" zogen die Garden unter dem Beifall der Hallenbesucher auf die Bühne, wo Andreas Theil die Besucher der 1. Kostümsitzung zur diesjährigen Session begrüßte.

Immer wieder animierte er über den Abend die närrischen Besucher zu dynamischem Sitzen: Mit Schunkelliedern wie "Wir kommen alle, alle in den Himmel" oder "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" und "Kornblumenblau" steigerten sich gute Laune und Stimmung Richtung Mitternacht. Seine bisher roten Jacken hatte der Elferrat gegen schwarze Anzüge getauscht, um mit der Frage "Wollt Ihr Elfmeter-Schießen? Wollt Ihr Verlängerung? Wollt Ihr Zugabe?" elegant zu "Raketen" zu animieren. Immer wieder voller Begeisterung klopften die Zuschauer mit den Fingern auf die Tischplatte und hoben die Hände in die Höhe.

Darüber konnten sich dann ebenso die "Kekse" wie die Mini- und Juniorengarde freuen. Mit Laternen waren die bis zu sechs Jahre alten "Kekse" auf die Bühne gezogen, um dort unter steuernder Beobachtung ihrer Betreuerinnen Vroni Längler und Larisa Giebel zum Staunen des Publikums zu tanzen. "Das war ..." setzte der Elferrat an, und das Narrenvolk brüllte zustimmend "... spitze!"

Unverzichtbar für eine als gelungen zu bezeichnende Fastnachtsveranstaltung sind Männerballett und Funkenmariechen. Jana Kemmer, seit ihrem sechsten Lebensjahr bei den Kneisjern aktiv, verzauberte ebenso, wie das von Daniela Bour trainierte Männerballett auf seine Weise die Besucher in der Bismarckhalle unterhielt. Wie es einer Kreuzfahrtpassagierin ergehen kann, der das Essen nicht schmeckt, demonstrierten Vroni Längler und Andrea Wölflinger-Prinz zur Traumschiff-Melodie.

Das "volle Programm" vom "Lissje unn em Bäbche", der "kleinste gemeinsame Theiler" und "Die Heuler" machen es kaum möglich, jeden mit "Kneisjer olé" honorierten Höhepunkt des Abends ausführlich zu beschreiben.

Darum: "Liebe Leit, lasst's euch sagen von denen, die dabei waren" und geht selber zur nächsten Kostümsitzung am 11. oder am 18. Februar, beziehungsweise beobachtet zum Rathaussturm am 24. Februar (17.11 Uhr), wie Bürgermeister Rolf Schultheis die Macht im Rathaus aufgibt, weil er gegen Narren nichts ausrichten kann. Wie sangen doch die "Ohrestobbe": "Zeigt, was hier noch geht, zum Feiern ist es nie zu spät."