Als Freund unter Freunden

Zusammen mit Vorstandsmitgliedern vom Partnerverein in Rumänien besuchte der Bürgermeister der Stadt Lipova jetzt Friedrichsthal und den Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreis.

Eine Delegation aus Lipova Rumänien war dieser Tage zu Besuch bei ihren saarländischen Freunden. Bürgermeister Mircea Jichici kam zusammen mit Vorstandsmitgliedern des rumänischen Pendant des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises ins Saarland und wurde unter anderem im Friedrichsthaler Rathaus von Bürgermeister Rolf Schultheis begrüßt.

Bei dem Treffen ging es unter anderem darum, die Struktur der Stadt kennenzulernen. "Vielleicht kann das ein oder andere übernommen werden, wenn es denn passt", erklärte Bürgermeister Rolf Schultheis . Dabei sei auch vorstellbar, dass rumänische Stadtangestellte in Friedrichsthal ein Praktikum machen, umgekehrt könnten deutsche Pensionäre für ein paar Wochen nach Lipova reisen, "um ihren Kollegen zur Hand zu gehen", ergänzte Willi Gehring, Vorsitzender des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises und fuhr fort: "Friedrichsthal war immer das Flaggschiff, wenn es um Hilfe für unsere rumänischen Freunde ging. Viele, viele Menschen haben hier ganz praktisch die Partnerschaft gelebt. Darauf kann man stolz sein."

Man wolle nichts vorgeben, sondern voneinander profitieren, unterstrich auch Schultheis. Bei seinem Besuch in Rumänien hätte er gesehen, wie sehr das Land unter dem Ceausescu-Regime gelitten habe. Umso beachtlicher sei, was seitdem unter anderem mit der saarländischen Hilfe zur Selbsthilfe dort errichtet wurde. So hätten etwa der Saarländische Schwesternverband und die Marienhaus GmbH Betten und Material für ein neues Krankenhaus gespendet.

17 weitere Projekte seien mit EU-Unterstützung in Lipova in Planung, erklärte Mircea Jichici, allerdings bräuchte die Umsetzung Zeit. Rumänien sei ja zentral regiert. Bis eine Erlaubnis aus Bukarest käme, bräuchte es manchmal Geduld. Er erklärte weiter, dass Lipova eine Industriestadt ist, in der auch deutsche Firmen ansässig sind. Ein Problem sei jedoch, dass es kaum qualifizierte Arbeiter gebe.

"Es gibt dort kein duales System der Ausbildung", ergänzte Willi Gehring. Berufe würden in der Schule gelernt. Nun wolle man versuchen, die Betriebe an der Ausbildung zu beteiligen. Jichici zeigte sich zudem bei dieser Gelegenheit dankbar, für all die Hilfe, die in den vergangenen Jahrzehnten geleistet wurde.

Auf dem Programm in der Stadt Friedrichsthal stand ebenfalls ein Besuch bei den Stadtwerken. Geschäftsführer Gerhard Bös gab hier einen Überblick über die Rolle und die Tätigkeiten der Gesellschaft; in Lipova seien derzeit noch nicht alle Haushalte an ein Kanalsystem angeschlossen, auch wenn in den vergangenen zwei Jahren hier viel Arbeit investiert worden sei. So sei die Quote von 60 auf 80 Prozent gestiegen.

Daneben besuchte die Delegation unter anderem verschiedene saarländische Firmen, den Bürgermeister der Gemeinde Merchweiler, Patrick Weydmann, und traf sich zum Gespräch mit dem saarländischen Innenminister Klaus Bouillon .