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135 Jahre Turnverein
135 Jahre Geschichte mit Höhen und Tiefen

Paul Kopp trainiert mit den Kleinen auf dem Slalomparcours für Mountainbiker.
Paul Kopp trainiert mit den Kleinen auf dem Slalomparcours für Mountainbiker. FOTO: Thomas Seeber
Friedrichsthal. Der Turnverein Bildstock feiert am Samstag sein Jubiläum im Rahmen seines Sommerfestes. Das Angebot geht mit der Zeit. Von Stefan Bohlander

Der TV Bildstock feiert an diesem Samstag, 1. September, sein Jubiläumsfest: Ganze 135 Jahre hat der Verein mittlerweile auf dem Buckel. Deswegen laden die Mitglieder innerhalb des Sommerfestes Freunde und Gönner dazu ein, ab 17 Uhr gemeinsam zu feiern. Im Vereinsheim in der Neunkircher Straße 72 werden die Turnerjugend und die Mountainbiker einige Vorführungen zeigen. Zudem werden der Männerchor 1968 Bildstock und der Shantychor der Marinekameradschaft Prinz Eugen Friedrichsthal die Gäste musikalisch unterhalten. Außerdem wird es einen Abriss über die Historie geben.


„Eine sehr wechselhafte Geschichte“, wie Elisabeth Schikorski sagt. Die 1. Kassiererin wird von allen nur „Marliese“ genannt und ist dem TV seit 1962 treu. Sie betreibt noch immer aktiv Gymnastik, betreut aber auch je eine Gruppe im Senioren- und im Kinderturnen. Zudem ist sie leidenschaftliche Nordic Walkerin, seit die Sparte vor rund zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, und sie hilft noch donnerstags und sonntags im Vereinsheim aus, das dem Verein selbst gehört. An Erfahrung im Vereinsleben mangelt es ihr also nicht.

So weiß sie über einige Höhen und Tiefen zu berichten. Etwa, dass sich der Erfolg von Pauline Schäfer im vergangenen Jahr auch auf die Mitgliederzahl auswirkte. „Da war Zulauf bei den Mädchen“, sagt sie. In den Abteilungen Handball, Volleyball, Mountainbike und natürlich Turnen sind derzeit rund 350 Mitglieder angemeldet, etwa 140 davon Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Sie gibt jedoch zu bedenken: „Handball und Volleyball sterben aus.“ Im Volleyball beispielsweise sei derzeit eine Mannschaft angemeldet. Die sei zwar noch recht erfolgreich unterwegs – doch die Mitglieder seien bereits jenseits der 60.



Ein großer Schritt in der Historie des Vereins war 1972 der Bau des Vereinsheims. Daran erinnert sich auch Eva Bach sehr gut. Denn während dieser Zeit hat die Pressewartin ihren Mann kennengelernt und trat dem TV wenig später dann auch bei. „Irgendwann war man doch dabei“, sagt sie schmunzelnd. Neben ihrer Pressearbeit ist sie noch Übungsleiterin Nordic Walking, stellvertretende Abteilungsleiterin Turnen und selbst im Zumba und in der Gymnastik aktiv. Auch sie weiß über Rückschläge und Positives zu berichten.

Schade sei es beispielsweise, dass man die IVV-Wanderung nicht mehr organisiert bekomme, was vor allem an zu wenigen Helfern liege. Solange der Umzug am Rosenmontag stattfand, nahm auch der TV mit einem Wagen daran teil. „Das war immer spaßig“, erzählt sie. Sehr gut angenommen werde hingegen das Zeltlager am Anfang der Sommerferien. Bis zu 50 Kinder und Jugendliche würden sich dabei regelmäßig anmelden. Um mitzumachen, muss man kein Mitglied sein.

Zudem gibt es traditionell den Neujahrsempfang. Dabei werden dann die erfolgreichen Sportler und langjährige Mitglieder geehrt. In der Vergangenheit gehörten zu den sportlichen Aushängeschildern des TV beispielsweise Denise Zimmer, Jana Kemmer und Zoe Müller. Bei den Mountainbikern, die jeden Mittwoch am Vereinsheim trainieren, wurde Paul Kopp bereits deutscher Meister der Schüler. Neben weiteren Aktionen nimmt man gerne an den Deutschen Turnfesten teil, zu denen man gerne mal mit bis zu 100 Mitgliedern anreist, wie im vergangenen Jahr beispielsweise in Berlin. Eines der nächsten größeren Projekte ist es, ab 2019 einen neuen Pächter für das Vereinsheim zu finden. Derzeit betreibt es noch der Vorsitzende Walter Staub.