1. Saarland
  2. Saarbrücken

Rund um die neue Q.lisse : Freude, Andacht, Feierlichkeit

Rund um die neue Q.lisse : Freude, Andacht, Feierlichkeit

Quierschieder Gemeinderatssitzung mit Einsegnung des neuen Kultursaals und Abhandlung weniger  Tagesordnungspunkte.

Leichtigkeit und Freude, aber auch die angemessene Andacht und Feierlichkeit prägten die kleine Feierstunde am Mittwochabend zur Segnung des neuen Quierschieder Kultursaals, der sogenannten Q.lisse. „Diese Segnung vor den ersten öffentlichen Veranstaltungen war uns schon eine Herzensangelegenheit“, sagte Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer. Pfarrer Michael Müller rechnete zunächst vor, wieviele Kästen Bier und wieviele Schwenker man für die 3,3 Millionen Euro bekommen hätte, die in den Bau geflossen sind. „Menschen rechnen immer gegen das andere auf“, so Müller, „ich glaube, ein Land, das keinen Platz und kein Geld für Kultur hat, sehr bald kultur- und damit herzlos wird. Es geht nicht nur um Essen und Trinken, auch die Seele muss zu ihrem Recht kommen.“ Sein evangelischer Kollege Hans-Lothar Hölscher lobte vor allem die intelligente Namensgebung als „Verschmelzung von Ort und Funktion“ und spielte in seiner Ansprache mit Worten mit „Q“ - was klingt wie der Anfang von Courage, Kubikmeter, Kultur, Quierschied. „Kurtaxe wird nicht erhoben“, scherzte Hölscher, „Ku-Klux-Klan und ähnliche Gesellen müssen draußen bleiben.“

Über die Nutzungsordnung und die zu erhebenden Nutzungsentgelte hatte sich zuvor der Gemeinderat in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause verständigt. „Die festgelegte Struktur entspricht den Nutzungsanforderungen, die wir von Anfang an mit dem Bau der Q.lisse verbunden haben“, betonte SPD-Fraktionssprecher Stephan Schmidt. Timo Flätgen nannte den neuen Kultursaal „ein Haus für die Menschen und Vereine der Gemeinde.  Es ist ein Gebäude mit einer Ausstattung, wie wir es bislang nicht hatten. Wir müssen nach einem Jahr noch einmal schauen, wie wir die Satzungen anpassen müssen.“

Bürgermeister Maurer hatte davor ausgeführt, dass sich die Preise an vergleichbaren Hallen orientieren. „Die Kostenrechnung hängt davon ab, wie viele Veranstaltungen in der Q.lisse stattfinden werden“, so der Verwaltungschef, „bis zum Jahresende haben wir schon Buchungen aus allen Nutzergruppen.“

Der Gemeinderat beschloss mit Mehrheit von SPD, CDU und Linke auch zwei für die Förderung des Gesamtprojekts wichtige Änderungen im Bebauungsplan. Das ursprünglich angedachte Optionsgebäude wurde gestrichen und durch den „kleinen Markt“ ersetzt. Dem konnten die Freien Wähler und die AfD aber ebenso wenig zustimmen, wie der Zulassung nichteuropäischer Gehölze in der entstehenden Grünanlage. Einstimmigkeit herrschte dann allerdings wieder bei zwei Formalien:  Die Kanalerneuerung im Nistelfeld mit einem Auftragsvolumen von über 250 000 Euro wurde an die Neunkircher Bau Gesellschaft vergeben.

Der Antrag auf Zuschüsse aus dem Kommunalen Entlastungsfonds (KELF) wurde gestellt, die Gemeinde erwartet demnach für das Jahr 2017 Zuwendungen in Höhe von 442 000 Euro, die aber alleine zum Abbau der Schulden eingesetzt werden dürfen.