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Besucherzahlen sind das beste Argument gegen kommunalpolitischen Irrsinn
Freibäder schließen: Ein Unding

FOTO: SZ / Robby Lorenz
In heißen Zeiten sollte man kühl kalkulieren - hinsichtlich der Freibad-Statisik, die nur einen Schluss zulässt: keine Schließungen, auch bei angespannter Haushaltslage. Von Michèle Hartmann

Wir erinnern uns selbstredend an die Hitze der vergangenen Tage und Wochen. Selig die, die Zeit hatten, die Freibäder in unserer Region regelmäßig aufzusuchen. Das habe auch ich getan. Vor allem habe ich mehrmals das  Quierschieder Bad besucht. Es ist sehr idyllisch gelegen, bietet sonnige und auch genügend schattige Plätze und zeichnet sich aus durch die Freundlichkeit des Personals. Hoch frequentiert und nicht weniger beliebt sind auch die Bäder in Dudweiler und Friedrichsthal, die das boten und bieten, was man sucht: Abkühlung. Und mitunter auch Geselligkeit - bei sehr manierlichen Eintrittspreisen. Aus Saarbrücken hört man, dass dort die Angst umgeht hinsichtlich der Schließung  des Totobades. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz versichert jedoch ganz offiziell, dass ein Ende dieser Einrichtung und auch aller anderen Freibäder in der Landeshauptstadt nicht in Sicht sei. Das mag beruhigen, bis auf Weiteres.


Das Wetter, vor allem in den Sommerferien, spielt den Badefans in die Hände. Das ist gut so, denn es gibt wohl kein besseres Argument zum Erhalt der Bäder als Besucherzahlen, die durch die Decke gehen. Wir sind gespannt auf die Statistik zum Ende der Saison. In den Sommermonaten der Jahre zuvor haben wir regelmäßig von ernüchternden Zahlen berichtet, es goss teils in Strömen, es war kühl, sodass die Schwimmmeister am Beckenrand saßen und die Badegäste an einer Hand abzählen konnten.

Kommen wir nochmal auf Quierschied zurück. Eintritt für Erwachsene: 3 Euro. Kinder im Alter bis zu sechs Jahren: Eintritt frei. Kinder und Jugendliche von sieben bis 17 Jahren: 1,50 Euro. Das kann sich (fast) jeder leisten. In Friedrichsthal und auch im Dudweiler Freibad sieht es ganz ähnlich aus.



Nutzen wir nun am besten die letzten guten Tage bis zum Herbst und schwimmen zum Erhalt unserer schönen Bäder. Ein Unding, sie dicht zu machen, auch bei angespannter Haushaltslage. Und so nehmen wir auch gern die Viererkette zumeist kommunikationsfreudiger und deshalb nebeneinander her schwimmender Damen in Kauf. Diese Viererkette  kennt man eigentlich nur als Abwehrformation im Fußball. Doch auch im Schwimmbad macht sie gelegentlich von sich reden.