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Fotograf Werner Richner arbeitet an einem Fotobuch über das Saarland

Neues Fotobuch : Eine Hommage an das Saarland

Der Saarlouiser Fotograf Werner Richner arbeitet derzeit an einem Fotobuch, das sich auf 320 Seiten seiner saarländischen Heimat widmet.

Werner Richner weiß, dass die großen Kalender- und Buchverlage am Saarland gar nicht interessiert sind. Es existiert für sie nicht. „Lieber machen sie wieder und wieder Bildbände über die Provence“, sagt der hauptberufliche Landschaftsfotograf, der seit vielen Jahren zu den angesehen Fotokünstlern seiner Zunft gehört. Und so ist er, um von seinen Aufnahmen leben zu können, immer wieder an den touristischen Hotspots unterwegs: in der Toskana, in der Provence oder in Schottland.

Meer und Küste finden sich immer wieder in seinen Bildern, jetzt aber auch Bergehalden, Absinkweiher der das Innenleben von Kraftwerks-Kühltürmen. Werner Richner entdeckt das Saarland und seine Industriekultur, arbeitet an einem neuen Fotobuch, das auf 320 Seiten eine Hommage an seine Heimat werden wird. „Mit dem ersten Lockdown fielen bereits geplante Reisen und Ausstellungen im Ausland aus, ebenso zwei Fotofestivals in der Schweiz, wo ich fest engagiert war. Ich habe mich dann mal auf das Saarland beschränkt. Einen Saarland Bildband hatte ich schon gemacht, jetzt entdeckte ich vieles neu“, sagt der 72jährige Foto-Perfektionist. Seine Bilder sind handwerkliche Spitzenklasse. „Sie können in diesem Segment selbst mit gehobener Mittelklasse nicht bestehen. Sie dürfen nur fotografieren, was sie sich selbst ins Wohnzimmer hängen würden“, sagt der Saarlouiser. Und das müsse immer ein ganz besonderes Bild sein, weswegen bei ihm maximal ein Motiv pro Tag entstehe. Oft dauere es Stunden, das richtige Licht zu erwischen, manchmal länger.

Der Perfektionismus paart sich bei Richner mit Leidenschaft. So war das schon, als er Rockmusiker war und bei den „Nightbirds“ spielte, was ihn fast das Studium der Wirtschaftswissenschaften gekostet habe. „Erst als ich Instrumente und Zubehör verkauft hatte, schaffte ich die Prüfungen. Bis dahin ließ ich mich immer wieder zu einem „letzten Gig“ überreden“, sagt er und entdeckte die Liebe zur Fotografie, die er schnell zum Beruf machen konnte. Zufälle halfen dabei, mit Wettbewerben und Ausstellungen habe er auf sich aufmerksam gemacht und sei von Verlagen und Fotomagazinen entdeckt worden.

Ein erster Bildband über die Mosel habe den Durchbruch bedeutet, er sei international in Lizenz gedruckt worden. Heute sind 157 deutschsprachige Werke mit seinen Bildern verzeichnet, die Kalender zählt er nicht mehr. Dem Saarland war er dabei nie untreu. Er portraitierte Saarländische Künstlerinnen und Künstler und entdeckte die Pracht der Kirchengewölbe saarländischer Gotteshäuser. Ausstellungen und Buch zu „Himmelsgewölben“ verschafften ihm die größte Resonanz seines Schaffens: „Nie habe ich mehr Mails und Briefe erhalten, wie nach diesen Veröffentlichungen.“

Jetzt entsteht das Saarland Buch mit Texten des Industriekultur-Experten Delf Slotta aus Saarbrücken. Das Hardcover Buch im Format 30x30 wird 320 Seiten umfassen und im Saarland gedruckt. Es wird 2021 erscheinen und 68 Euro in der Standardausgabe kosten. Eine Sonderedition im Schuber wird 110 Euro kosten und signiert mit einer Sammlung einzelner Fotos abgegeben.