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Herausragendes Engagement
Feuerwehrmann schult die Retter von morgen

Die Jugendwehr machte im vergangenen Jahr  im Rahmen des Feuerwehrfestes in Dudweiler eine Olympiade, bei der sich die jungen Feuerwehrleute auch mal fix anziehen mussten. 259 Kinder und Jugendliche sind tummeln sich in den Jugendfeuerwehren der Landeshauptstadt Saarbrücken.
Die Jugendwehr machte im vergangenen Jahr im Rahmen des Feuerwehrfestes in Dudweiler eine Olympiade, bei der sich die jungen Feuerwehrleute auch mal fix anziehen mussten. 259 Kinder und Jugendliche sind tummeln sich in den Jugendfeuerwehren der Landeshauptstadt Saarbrücken. FOTO: Iris Maria Maurer
Dudweiler. Dudweiler Feuerwehrmann Horst Huter für herausragendes ehrenamtliches Engagement geehrt.

Was ist es, das die Kinder an der Feuerwehr so fasziniert? Horst Huter muss, um die Frage der SZ zu beantworten, nicht lange nachdenken: „Die roten Autos“, sagt er schmunzelnd, weil er es nachempfinden kann. Als er noch sehr jung war, haben diese Autos auch auf ihn eine magische Anziehungskraft ausgeübt.


Und heute ist der Mann schon über 40 Jahre bei der Feuerwehr. Für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit seit 1980 ist er jetzt geehrt worden beim Neujahrsempfang der CDU-Fraktion im Regionalverband. Dort scheint man wohl eher an der Sache orientiert als am Parteibuch, denn Huter ist im „roten Lager“ zu Hause, wenn auch nicht heftig praktizierend. In den Jugendwehren der Stadt Saarbrücken mit ihren 17 Löschbezirken sind 259 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren organisiert, darunter 70 Mädchen. Nachwuchs­probleme, so  der 54-Jährige, kenne man auch und vor allem bei der Freiwilligen Feuerwehr Dudweiler nicht. Jugendbeauftragter wurde er, der im Alter von 14 Jahren selbst der Dudweiler Wehr beitrat, vor 14 Jahren. Und heute ist er stellvertretender Beauftragter für alle Saarbrücker Jugendwehren.

Die Arbeit mit jungen Leuten, sagt der gestandene Ehrenamtliche, der im Hauptberuf beim Dudweiler Bauhof seinen Dienst versieht, habe ihm immer Spaß gemacht. Wobei man schon ein bisschen Fingerspitzengefühl mitbringen müsse, denn: „Einen Achtjährigen muss man ganz anders anleiten als einen 16-Jährigen.“ Jonglieren  können sollte man und sich hineinversetzen in den Nachwuchs. Und was lernen die Kinder und Jugendlichen, bevor sie in den aktiven Dienst übernommen werden? Beispielsweise  erfahren sie alles über die unterschiedlichen Schläuche, sie lernen die Geräte und ihre Funktionen kenen und wie man sie handhaben muss. Sie lernen die einzelnen Fahrzeuge kennen, wo und wie man sie einsetzen kann. Und dann gibt es auch noch unterschiedliche Trupps: Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupp überdies den Melder, den Maschinisten, den Gruppenführer. Das aber ist noch längst nicht alles.



Horst Huter war in den vergangenen Jahrzehnten auch immer zugange, wenn es um die Zeltlager ging, an denen im Durchschnitt bis zu 250 junge Leute im Regionalverband teilnehmen. Dieses Jahr  findet das Zeltlager in Dudweiler statt. Und wie setzt man sich durch in einem solch großen Pulk, in dem ein paar „wilde Kerle“ ja niemals fehlen?  „Ich  habe eine kräftige Stimme und kann auch mal laut werden“, sagt der Hauptlöschmeister, um gleich hinzuzufügen, dass er es doch durchweg mit pflegeleichten Kindern und Jugendlichen zu tun hatte. „Es ist mein Leben“, sagt der 54-Jährige, der, neben zahlreichen anderen Ehrungen, vor rund vier Jahren auch die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber erhielt. Und nun, da er als stellvertretender Beauftragter für die Saarbrücker Jugendwehren in ruhigere Fahrwasser geraten ist – was macht er mit dem Plus an Freizeit? Da muss Horst Huter nicht lange überlegen. Seiner Frau widme er sich mehr. Sie habe schließlich all die Jahre so oft zurückstecken müssen.

Jungen und Mädchen, die die Jugendfeuerwehr Dudweiler kennenlernen möchten, haben dazu jeden Freitag die Gelegenheit. Von 18 bis 20 Uhr kann man gerne vorbeischauen im Feuerwehrgerätehaus, Fischbachstraße 1. Dann ist Jugendwart Thorsten Minke vor Ort.

Der gerade geehrte Feuerwehrmann Horst Huter mit einer Figur des Sankt Florian, Schutzpatron der Feuerwehrleute.
Der gerade geehrte Feuerwehrmann Horst Huter mit einer Figur des Sankt Florian, Schutzpatron der Feuerwehrleute. FOTO: Thomas Seeber