Einsatz in Saarbrücker Hochhaus Feuerwehr befreit vier Menschen nach Aufzug-Panne auf Folsterhöhe

Saarbrücken · Fahrdienstmitarbeiter wollen 89-Jährige auf Tragestuhl in den dritten Stock eines Hochhauses bringen. Doch kurz vor dem Ziel bleibt der Lift stecken.

 Die Berufsfeuerwehr befreite vier Menschen aus dem Aufzug im Hochhaus Hirtenwies 39 auf der Alt-Saarbrücker Folsterhöhe.

Die Berufsfeuerwehr befreite vier Menschen aus dem Aufzug im Hochhaus Hirtenwies 39 auf der Alt-Saarbrücker Folsterhöhe.

Foto: BeckerBredel

Die Rückfahrt von einem Arztbesuch in die Wohnung auf der Folsterhöhe wurde für eine 89-Jährige am Dienstag zu einem nervenaufreibenden Unterfangen. Die Frau lebt in der Straße Hirtenwies. Ihre Wohnung ist im dritten Stock eines Hochhauses. Und der Aufzug, der sie dorthin bringen sollte, blieb zwischen der zweiten und dritten Etage etwa einen halben Meter unterhalb des Ausstiegs hängen.

Mit der 89-Jährigen steckten nun drei weitere Menschen fest: ihre Tochter Ute Körner und zwei Mitarbeiter eines privaten Krankentransportunternehmens, die die Seniorin auf einem Tragestuhl nach Hause bringen wollten. „Über die Notruftaste habe ich um Hilfe gerufen, aber ich habe die Gegenseite gar nicht verstanden. Der Ton war so leise, dass ich nicht wusste, ob ich verstanden wurde, wo die Notrufzentrale überhaupt ist und was sie unternimmt“, sagt Ute Körner nach ihrer Rettung durch die Berufsfeuerwehr. Sie habe zuletzt laut um Hilfe gerufen, da ausgerechnet der Krankentransport-Mitarbeiterin im Aufzug schlecht geworden sei. Die Berufsfeuerwehr kam sofort und öffnete zunächst die Türen am Aufzugsschacht, um die Eingeschlossenen zu beruhigen. Aussteigen konnten die vier da noch nicht. Dafür fuhren die Feuerwehrleute den Aufzug im Handbetrieb noch etwas hoch. Dann hoben sie die 89-Jährige auf dem Tragestuhl heraus und befreiten die übrigen Eingeschlossenen.

Nachbarn brachten Wasser, die Ambulanzfahrerin erholte sich, und die Situation beruhigte sich schnell. „Trotzdem lief das nicht gut. Wir haben versucht, die Siedlungsgesellschaft zu erreichen, aber es ging niemand ans Telefon. Und die Kommunikation über die Sprechanlage funktionierte nicht“, sagte Körner nach dem Einsatz. Sie dankte der Feuerwehr, die schnell und professionell vorgegangen sei. Als sie eintraf, habe sie gewusst, dass alles gut wird. Ihre Mutter habe seit dem Krieg eine ausgeprägte Platzangst. Sie wohne seit 50 Jahren auf der Folsterhöhe und habe nie einen Aufzug genutzt. Jetzt, wo sie die Treppe nicht mehr nehmen könne, sei sie gleich mal steckengeblieben. Doch die alte Dame lachte sogar, als die Feuerwehrleute sie retteten. Der Humor war ihr nicht vergangen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort