Loostik : Tanzperformance „Grrrrr“ faszinierte Kinder

Für kleine Leute ab drei Jahren präsentierte die Compagnie Sylex in der Forbacher Mediathek die Tanzperformance „Grrrrr“. Heute und am Dienstag ist sie im Theater im Viertel zu sehen.

Was ist das, beziehungsweise was soll es wohl sein, dieses undefinierbare Wesen? Eingehüllt in Felle mit allerlei zotteligen Haaren und bunten Zöpfchen, liegt es platt auf dem Boden. Nur an der Bauchdecke sieht man, dass es atmet. Tier oder Mensch?

Ob es den 40 Kindern, die hinter einer Abstand gebietenden Kordel im Kreis drumherum sitzen, wohl Angst macht? Fragen, die man sich vielleicht nur als Erwachsener stellt. „Grrrrr“ heißt das Stück, das die Kleinen ab drei Jahren beim Festival Loostik hier in der Forbacher Mediathek – und heute und morgen im Saarbrücker Theater im Viertel – erwartet.

Und während man noch grübelt, hat sich das Wesen schon gereckt und gestreckt und robbt nun wie ein Reptil den Zuschauern auf die Pelle. Unter der Fellmütze blickt ein Mädchengesicht hervor. Wer so aussieht, kann nicht böse sein.

Die ersten Kinder giggeln. Auf allen Vieren stehend, fängt das Wesen aber nun an zu zittern und mit dem Hinterteil hochzuhüpfen. Unheimlich? Nicht für die Kleinen! Aus dem Giggeln wird ein Juchzen. Und schon verstummen´die Kinder wieder, sind gespannt, was als nächstes passieren wird.

Unberechenbar, voller Überraschungen ist die Tanzperformance der französischen Compagnie Sylex. Irgendwie menschlich, irgendwie auch tierisch wirken die Bewegungen von Tänzerin Aude Le Bihan.

Mal streckt sie eine blaue Zunge heraus, mal schnaubt sie wie ein Pferd, mal stapft sie herum wie eine Schamanin bei einem archaischen Tanzritual. Ihr Aussehen wandelt sich ständig, indem sie sich „häutet“, eine Kostümschicht nach der anderen ablegt.

Am Ende ist sie, was sie ist: eine junge Frau in Leggings und Pulli. Da wirken die Kinder immer noch fasziniert und dürfen jetzt mit ihr Herumhüpfen. Manche brennen darauf, der Tänzerin hinterher zu erklären, welche Tiere sie alles „erkannt“ haben.

„Grrrrr“ will Kinder an die Ursprünge des Tanzes als Ritual zurückführen, erfährt man von Tänzerin Le Bihan. Die Choreografin Sylvie Balestra habe sich dabei von ihren Kenntnissen als einstige Ethnologie-Studentin inspirieren lassen. Es sei bewusst offen für verschiedenste Deutungen angelegt. „Erwachsene sehen in dem Stück meist sehr archaische Dinge“, sagt Le Bihan. Eine Mutter habe sogar mal Tränen vergossen, weil es sie an den Geburtsvorgang erinnert habe. Für die Kinder – so zeigt sich – ist die ungewöhnliche Performance ein tierisches Vergnügen.

Das Festival Loostik hat folgendes Programm: „Grrrrr“ ist am Montag, 12. November, ab 10 Uhr und ab 16.30 Uhr sowie am Dienstag, 13. November, ab 10 Uhr im Theater im Viertel zu sehen. Unter dem Titel „Die Königin ist verschwunden“ lädt das Theater Kopergietery aus Belgien zum Live-Zeichnen mit Musik – und zwar am Dienstag, 13. November, ab 9 Uhrin der Alten Feuerwache. „Ali Baba et le 40 voleurs“ zeigt die Compagnie La Cordonnerie als sogenanntes Kino-Theater am Dienstag, 13. November, ab 10 Uhr in deutscher Sprache und am Mittwoch, 14. November, 10 Uhr, in französischer Sprache. Die deutsch-französische Kinderoper „Ritter Odilo und der strenge Herr Winter“ präsentiert das Saarländische Staatstheater am Dienstag, 13. November, ab 14 Uhr im Le Carreau Forbach.

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