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Fest und Kritik zur Eröffnung des Skaterparks im Saarbrücker Bürgerpark

Kein Licht, keine Toiletten : Bürgerpark-Förderer dämpfen Festlaune

Ein Fest für die Skater soll es geben. Doch vor der Party auf der neuen Anlage im Bürgerpark mahnt ein Verein, dass Wichtiges fehlt: Licht und Toiletten. Neuigkeiten aus dem Rathaus machen den Park-Förderern Hoffnung.

An diesem Samstag nehmen Skater aus Saarbrücken und der Region offiziell ihre neue Anlage im Bürgerpark in Besitz – mit Reden, Wettkampf, Siegerprämien. Um 12.30 Uhr weihen Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Regionalverbandsdirektor Peter Gillo den Skatertreff ein.

Britz schwärmt von einer neuen Anlage, „die dem aktuellen Stand der Technik entspricht und Fahrspaß für alle Skater bietet“. Das sei der lokalen Skaterszene zu verdanken, die in den vergangenen fünf Jahren viel Engagement in das Vorhaben gesteckt habe.

 Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Stadt sei eine Anlage, „bei der Radien, Kurven und Elemente für eine optimale Nutzbarkeit, hohe Funktionalität und Attraktivität für alle Skater mit unterschiedlichen Fähigkeiten aufeinander abgestimmt sind“.

Während des Eröffnungsfestes, das um 11 Uhr beginnt, können sich auch jene Skater  ein Bild von der Anlage machen, die sie nicht mitentwickelt haben.  Beim „Lyonercup“ zeigen Teams je drei Minuten lang, was sie drauf haben.

Die Besten erhalten Prämien von 1300 Euro und Sachpreise. Es gibt eine mobile Kletterwand und Inliner zum Ausleihen, außerdem eine Graffiti-Aktion, einen Fotostand und die Möglichkeit, Buttons zu gestalten. Entspannung bietet die Chill-Area. Ab 18.30 Uhr treten die Bands Bermudadreieck, Scherbenschädel, No one knows, Lax 386 und Authentix auf.

 Gekostet hat die Anlage 484 000 Euro. Davon trägt der Verein Saar Skateboarding 80 000 Euro aus Spenden. Bund und Land schossen rund 270 000 Euro zu. Saarbrücken erhielt die Förderung im Rahmen des Programms „Soziale Stadt Malstatt“. Also alles bestens?

Ganz und gar nicht, sagt mit Blick auf die Skaterfeier ein Verein, der sich für die 30 Jahre alte Grünanlage starkmacht. Die Bürgerpark-Ini­tiative ermahnt  die Stadt, sie sei Nutzern des neuen Skatertreffs noch zwei wichtige Dinge schuldig: Licht und Toiletten. „Unfassbar“ findet der Parkförderverein, dass es an der Anlage noch keine Beleuchtung gibt. „Damit ist für die Sporttreibenden mit Anbruch der Dunkelheit Feierabend“, heißt es im Appell des Vereins zur Eröffnung.

Eine Toilette sei unumgänglich, damit das Umfeld der neuen Skatefläche nicht „versaut“ wird. Deshalb solle nach der offiziellen Einweihung nicht allzu viel Zeit verstreichen, mahnt Andreas Heiske von den Bürgerpark-Förderern. „Wir haben seit Bestehen der Initiative die Skateanlage im Bürgerpark stets befürwortet.“ Sie bereichere die Grünanlage, sei aber bereits von Sprayern beschmiert. Gefordert seien umgehend Maßnahmen,  „die das Projekt schützen, bevor es wieder zu Grabe getragen wird“.

Post aus dem Rathaus, die ihm Hoffnung macht, hat Heiske in dieser Woche bekommen. Charlotte Britz habe ihm darin angekündigt, die Stadt werde die alte Beleuchtung durch deutlich bessere LED-Lampen ersetzen, und im nächsten Winter sei der Park dann hoffentlich ordentlich beleuchtet.

Auch beim Klo-Problem zeichnet sich eine Lösung ab. Stadtsprecher Thomas Blug teilte am Freitag mit, am Auftaktwochenende sei eine mobile Anlage vor Ort. Richtige Toiletten werde es wegen der besseren sozialen Kontrolle in Verbindung mit einem Gastronomie-Betrieb im Umfeld der Skateanlage geben. Die Stadt spreche bereits mit Interessenten. „Wir hoffen, dass wir im Laufe des Jahres eine Lösung haben.“

Andreas Heiske ist an diesem Samstag bei der Skater-Party auf jeden Fall dabei. Er freut sich schon auf eine weitere Fete. Sie gilt dem 30 Jahre alten Park selbst. „Wir machen am 19. Juni eine kleine Gratulationsfeier im Bürgerparkrondell.“ Heiske ist froh über das Echo auf die regelmäßigen Park-Führungen der Initiative. „Die Leute sind schon erstaunt, dass wir so ein Juwel in der Innenstadt haben.“