Das gab es am Anker in der Ortsmitte auch noch nicht : Feierliche Taufe unter freiem Himmel

Das gab es am Anker in der Ortsmitte auch noch nicht : Feierliche Taufe unter freiem Himmel

Einen ganz besonderen Höhepunkt erlebte am Sonntag das elfte Ankerfest der Marinekameradschaft Dudweiler.

Eine Taufe unter freiem Himmel war der Höhepunkt des zwischenzeitlich elften Ankerfestes der Marinekameradschaft Dudweiler am gestrigen Sonntag.

Im Rahmen des ökumenischen Gottesdienst zu Beginn des traditionellen Festes nahm Pfarrer Heiko Poersch in einer feierlichen Zeremonie die Taufe der vierjährigen Ida Sophie Schanz vor.

Auf dem schön angelegten und gepflegen Gelände rund um den großen Anker des ehemaligen Zerstörers „Lütjens“ waren Festzelte und Pavillons aufgebaut. Davor ein mit Blumen und Kerzen geschmückter Altar, ein Krug mit Weihwasser und eine Taufschale. Ein angenehmes Lüftchen – ja man will beinahe sagen eine leichte Meeresbrise – durchwehte das gut besetzte Festzelt, das mit bunten Signalflaggen, blauen Tischdecken und Blumen geschmückt war.

Zusammen mit der kleinen Ida versammelten sich ihre Eltern, die große Schwester und die Paten an der Taufschale und freuten sich sichtlich auf diesen besonderen Moment. In seiner Ansprache stellte Pfarrer Poersch den Täufling vor „Ida ist eine kleine, aufgeweckte und selbstbewusste Dame.“ Und auf die Frage, was sie einmal werden wolle, antwortete die Gefragte in ihrem weißen Sommerkleidchen keck „Reiterin“.

Dann war der große Moment gekommen. Auf dem Arm der Mama ließ sich Ida das geweihte Wasser über den Kopf träufeln. Auf der schönen Taufkerze und dem Liedblatt war als Symbol der christlichen Seefahrt das Ankerkreuz mit dem Herz für „Glaube, Liebe und Hoffnung“ abgebildet. Passend zum maritimen Flair des Festes.

„Ida ist die Großnichte des 1. Vorsitzenden Günter Hary. Ihr Urgroßvater Fritz Poller war Gründungsmitglied der Marinekameradschaft, so war es für uns durch diese Verbundenheit eine besondere Ehre, die Taufe im Rahmen des Gottesdienstes beim Ankerfest zu feiern“, erklärte Idas Mama.

Unter dem Motto „Meer erleben – Mehr erleben“ ließen die Marinekameraden die Sommerferien ausklingen. Die breite Palette an Köstlichkeiten bot den Gästen auch geräucherte Forellen, und der Shantychor „Prinz Eugen“ aus Friedrichsthal sorgte für die richtigen Seemannsklänge. Beim Gewinnspiel stellte Schirmherr Peter Gillo, der Direktor des Regionalverbands Saarbrücken, sein Geschick unter Beweis. Es galt zu erraten, wie viel Zeit er braucht, um mit einer Angel zehn kleine Holzschiffe aus einem Bottich zu fischen.

Ihren Tipp durften die Gäste auf Teilnahmekarten abgeben, für die Gewinner gab es attraktive Preise, allen voran einen dreitägigen Aufenthalt für zwei Personen im Ostseebad Laboe.

Die Kinder konnten Seemannsknoten erlernen, Holzboote basteln oder sich bei Geschicklichkeitsspielen die Zeit vertreiben. Günter Hary freute sich über den regen Zuspruch, den das Fest fand. „Die Leute lieben uns, genießen das gesellige Beisammensein und die Atmosphäre bei bisher stets schönem Wetter.“ Er selbst ist natürlich auch ehemaliger Seemann, als „Smutje“, also als gelernter Koch, auf hoher See gewesen. Der Liebe wegen hat er aber irgendwann die Seefahrt aufgegeben.

Rund 90 Mitglieder zählt die Marinekameradschaft. Den Namenszusatz „Zerstörer Lütjens“ trägt sie seit 2003. Das Marineschiff Lütjens war fast 30 Jahre lang Patenschiff des Saarlands. Von 1967 bis 2003 hat es 41 Länder bereist und Strecken hinter sich gebracht, die gewissermaßen für 36 Erd-Umrundungen reichen. Kontakt zu einer Meeresküste hat das Saarland ja nicht. Dennoch trägt die Marinekameradschaft immer gern dazu bei, den Saarländern die Küste und das Meer, die Marine und die Schifffahrt näherzubringen.

„In jedem steckt die Liebe zum Wasser. Bei uns findet sie ein Zuhause“, umschreibt der Verein, der seit 1956 existiert, sein Ziel. Mit der feierlichen Enthüllung des 3,5 Tonnen schweren Bugankers der Lütjens, der seit 2007 sein Zuhause gegenüber der Gemeinschaftsschule fand, begann die Reihe der Ankerfeste, die man seither im Stadtbezirk jedes Jahr feiert. Bei dem Event darf „Karl“, eine männliche Schaufensterpuppe in Matrosen-Uniform, am Schiffs-Steuerrad mit dabei sein.

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