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Rückschlag im Aufstiegskampf
FCS muss aus der Pleite seine Lehren ziehen

Anja Selensky sagt: „Uns hat die Aggressivität gefehlt.“
Anja Selensky sagt: „Uns hat die Aggressivität gefehlt.“ FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Der Frauenfußball-Zweitligist Saarbrücken kassiert im Aufstiegskampf einen Rückschlag. Von David Benedyczuk

Den Start ins neue Fußball-Jahr hatte sich der Zweitligist 1. FC Saarbrücken anders vorgestellt. Der Aufstiegsanwärter kassierte im Nachholspiel eine 1:4 (1:1)-Niederlage gegen den SC Freiburg II, der mit nur sieben Punkten aus zehn Partien als Tabellenvorletzter angereist war. Die Leistung des FCS vor etwa 150 Zuschauern im Kieselhumes-Stadion war ähnlich mies wie das nasskühle Wetter am vergangenen Sonntag.


„Uns hat von Anfang an die Aggressivität gefehlt. Ich hatte den Eindruck, Freiburg wollte den Sieg einfach mehr“, sagte Saarbrückens Anja Selensky. Ihr ehemaliger Verein VfL Sindelfingen verlor zeitgleich bei Bayer Leverkusen mit 1:6. Die Werks-Elf als Tabellenvierter hat nun wie der  Tabellendritte FCS 22 Zähler. Leverkusen und der 1. FC Saarbrücken werden den Aufstieg unter sich ausmachen. Spitzenreiter Bayern München II, der Tabellenzweite 1899 Hoffenheim II und der Tabellenfünfte 1. FFC Frankfurt II dürfen als Reservemannschaften nicht aufsteigen.

Der FSV Hessen Wetzlar, wo Saarbrücken am kommenden Sonntag um 14 Uhr antritt, hat als Sechster acht Punkte Rückstand. Gegen die Hessinnen war der FCS mit einem 1:0-Heimsieg in die Runde gestartet. Danach feierte er ein 9:1-Schützenfest gegen den 1. FC Köln II. Nun aber entwickelt sich der Kieselhumes so langsam zum „Krisenhumes“. Denn gegen den SC Freiburg II gab es die dritte Heimniederlage in Folge.  Die Gäste aus dem Breisgau gingen durch Leonie Lorenz, die den Ball nach einer Flanke aus kurzer Distanz ins Tor köpfte, in Führung (19. Minute).



Etwas später der nächste Rückschlag für die Gastgeberinnen: Mit Chiara Klein verdrehte sich die drittbeste FCS-Torschützin (sieben Tore) im Kampf um den Ball das Knie und musste ausgewechselt werden (36.). „Es sieht nicht gut aus. Wir müssen aber abwarten, was die Untersuchung ergibt“, sagte Saarbrückens Mannschaftsmanager Winfried Klein. Ein Ausfall der Flügelflitzerin würde den 1. FC Saarbrücken im Aufstiegskampf hart treffen. Der Vertrag mit Tesa McKibben wurde aufgelöst. Die US-Amerikanerin hatte einen erneuten Anlauf beim FCS genommen. Nun droht ihr nach etlichen Verletzungen, vor allem am Sprunggelenk und zuletzt am Knie, die Sportinvalidität.

Jacqueline De Backer traf gegen Freiburg II quasi aus dem Nichts zum 1:1. Die beste Torjägerin der Liga verwandelte nach einem Foul an Lena Ripperger den fälligen Elfmeter – ihr neuntes Saisontor (41.). „Wir haben uns sehr schwer getan. Mit dem 1:1 konnten wir zur Pause gut leben“, sagte FCS-Spielführerin Lena Ripperger: „Wir hatten uns für die zweite Hälfte dann mehr vorgenommen, aber bei uns lief nicht viel zusammen. Beim 1:2 nach dem Eckball sind wir nicht nah genug dran am Gegner.“

In der 68. Minute griff Saarbrückens Torfrau Christina Ehl am Ball vorbei. Lisa Karl traf zum 1:2. Neun Minuten später traf Ivana Fuso nach einem Alleingang in den linken Winkel (78.). Und Sofia Borges sorgte für den 1:4-Endstand (90.).

„Wir müssen aus diesem Spiel unsere Lehren ziehen. Wir haben eine junge Mannschaft, ich glaube, das ist für uns einfach ein nötiger Entwicklungsschritt. In Wetzlar muss jetzt eine entsprechende Reaktion her“, sagte Selensky.