Fastnacht mit viel Herzblut: Im Einsatz für Bliesransbacher Heckeholer

Kostenpflichtiger Inhalt: Zwei Tage Fastnacht – viele Monate Vorbereitung : Mit Herzblut für die Heckeholer

Junge Bliesransbacherin Selina Montana-Lampo ist schon 20 Jahre für „ihren“ Verein aktiv und möchte es nicht missen.

Im Juni und Juli geht es meistens los mit der Auswahl der Musik und mit den ersten choreografischen Gedanken. Im August werden – zusammen mit der Gruppe – die genauen Tanzschritte festgelegt, und die Musik wird passend geschnitten. Im September beginnt das harte Training, damit ein halbes Jahr später alles genau passt.

Was so ein Fastnachtsverein das Jahr über alles auf die Reihe bringen muss, um an zwei Abenden dem Publikum Unterhaltung zu bieten, ist schon beeindruckend. „Das wichtigste an allem ist der Spaß, den wir haben. Ich kann ja nur für mich sprechen, aber die Fastnacht und das Tanzen sind mein Leben“, sagt Selina Montana-Lampo.

Bei der Bliesransbacherin dreht sich eigentlich immer etwas um die närrische Zeit – so lange sie denken kann. So ist sie mit erst 26 Jahren fast schon ein Urgestein der Bliesransbacher Heckeholer, der Karnevalsabteilung im Kultur- und Trachtenverein. „Meine Oma und mein Opa haben den Verein mitgegründet. Meine Eltern waren bei der Fastnacht aktiv dabei, und meine Schwestern haben in den Garden getanzt. Ich wollte da auch immer mitmachen. Das war mein Traum, seit ich ein kleines Kind war“, erzählt die Einzelhandelskauffrau, die vor zwei Jahren noch ihren Mädchennamen Umbach trug, was sich mit der Hochzeit im vorigen Jahr änderte.

Mit sechs Jahren startete sie in der Heckeholer-Minigarde. Der Traum ging in Erfüllung und Selina wuchs mehr und mehr zu einer Stütze des Vereins heran. Sie durchlief alle Garden und stand im Jahr 2006, mit zwölf Jahren, zum ersten Mal als Funkenmariechen alleine auf der Bühne. „Der Verein suchte Funkenmariechen, und ich und meine Freundin Lisa-Marie Follmar haben sofort zugesagt“, erzählt die 26-Jährige. Beide sind heute noch die Funkenmariechen des Vereins. Bei Selina kamen Posten als Trainerin und im Vorstand dazu. In der Theaterabteilung des Vereins hilft sie auch mit. Zwar nicht als Schauspielerin auf der Bühne, dafür aber beim drumherum. „Wir sind ein Verein und machen alles zusammen. Das funktioniert super, und alle machen das mit großer Freude“, sagt das Funkenmariechen, das sich zudem noch selber trainiert.

Am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Februar, laden die Heckeholer zu ihren Kappensitzungen in den Dom ein. Selina freut sich auf diese beiden Höhepunkte, obwohl auch nach 20 Jahren auf der Bühne immer noch Nervosität aufkommt. „Wenn ich mit der Gruppe tanze, ist alles gut, aber vor jedem Auftritt als Funkenmariechen werde ich nervös. Man ist eben ganz alleine auf der Bühne. Aber spätestens, wenn die Musik läuft, geht es wieder“, sagt Selina.

Die Fastnacht und das närrische Leben mit ihren Heckeholern will die 26-Jährige nie an den Nagel hängen, da ist sie sich sicher. Das Leben als Funkenmariechen schon: „Ich werde in diesem Jahr zum letzten Mal als Funkenmariechen auftreten. Das habe ich mir überlegt. Die Zeit war super, und es warten im Verein noch andere Aufgaben auf mich“, sagt das Tanztalent von der Oberen Saar. Noch zweimal Nervosität und noch zweimal alleine auf der Bühne. Dann folgt der letzte Applaus von den Narren im Dom, und ein Teil der Fastnachtskarriere von Selina Montana-Lampo ist vorbei. Aber es warten ja noch andere „närrische Aufgaben“.