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Vorlese-Wettbewerb
Fabian liest sich ins Vorlese-Landesfinale

Fabian gewann die Stadtvorausscheidung im Vorlesen.
Fabian gewann die Stadtvorausscheidung im Vorlesen. FOTO: Andreas Lang
Saarbrücken. Zehn Mädchen und Jungen haben beim Vorentscheid in Saarbrücken mitgemacht. Und so mancher Favorit kam ins Straucheln. Von Andreas Lang

An ihren Schulen sind sie die Besten, wenn es darum geht, ihre Zuhörer in die spannende, lustige und fantasievolle Welt des Lesens zu entführen. Die zehn Jungs und Mädchen, die sich in der Stadtbibliothek der Stadtentscheidung des Vorlesewettbewerbs, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet, stellten. Juri liest da in der sogenannten Kür, in der die Teilnehmer aus ihrem Lieblingsbuch vorlesen dürfen, aus dem Buch Wunder von Raquel J. Palacio vor. „Es handelt von einem Jungen, der sich wegen Missbildungen in seinem Gesicht selbst Matschgesicht nennt.“ Für den Wettbewerb hat er sich das Kapitel der dramatischen Geburt der Hauptfigur ausgesucht, die unerwartet eine heitere Färbung erfährt. „Da die Krankenschwester dauernd furzt“, wie Juri vorliest und damit manch verblüfftem Zuhörer ein kurzes Lachen entlockt.


Tim stellt zunächst den Autor seines Lieblingsbuchs „Pünktchen und Anton“ in den Mittelpunkt des Interesses: „Erich Kästner hat es geschrieben. Vor allem die Jury hört aufmerksam zu, wie die Sechstklässler die dreiminütigen Episoden vortragen.

Neben der rechten Lesetechnik muss auch die Interpretation passen. Tom – seine Geschichte heißt „Der Schlunz und der geheimnisvolle Schatten“ von Harry Voß – lässt zum Beispiel den düsteren Mann seiner Vorlesegeschichte dunkel und kratzig klingen. Ja, und nicht zuletzt spielt dann auch noch die Auswahl des ausgesuchten Textes eine Rolle bei der Bewertung.



Die Mädchen sind im Teilnehmerfeld übrigens in der Minderheit, nur Leni, Akasya und Charlotte vertreten das weibliche Geschlecht. Die schwache Frauenquote hat aber auch damit zu tun, dass zwei junge Damen aus dem eigentlichen Zwölferfeld nicht angetreten sind.

Einen Fremdtext müssen die verbliebenen Zehn dann auch noch absolvieren. Jeweils zwei Minuten aus Kirsten Boies Buch „Ein Sommer in Summerby“. Und plötzlich kommen Favoriten aus dem ersten Durchgang ins Straucheln. Fabian Angel-Peters von der Marienschule nicht. Er nimmt auch diese Hürde, und nach langer Juryberatung steht schließlich fest: Er hat den Wettbewerb gestern in der Stadtbibliothek für sich entschieden und vertritt seine Heimatstadt jetzt beim Landesentscheid am Freitag, 18. Mai. Und auf diesem Terrain hat Fabian bereits Erfahung: „Beim Vorlesewettbewerb in der vierten Klasse habe ich den dritten Platz im Saarland belegt.“

Die Besten der Länder treffen sich im Juni zum Bundesentscheid in Berlin. Gerhard Schleiwis, der Leiter der Saarbrücker Stadtbibliothek ist als Hausherr und Gastgeber beim spannenden Vorlesewettbewerb der erste Gratulant. Vor der Siegerehrung hat er allen Teilnehmern noch mit einer Urkunde und einem spannenden Buch gedankt. „Ich lese gern und oft, eigentlich habe ich jeden Tag ein Buch in der Hand“, sagt Sieger Fabian.

Sein Lieblingsbuch ist „Wir ringen nicht mit Tintenfischen, mögen aber Tintenfischringe“ von Alexander London. Fabian sagt auch warum: „Das Buch ist lustig und spannend zugleich. Außerdem hat mich das Titelbild angesprochen.“