EVS übernimmt Grünschnittverarbeitung im Saarland

Verbandsversammlung in Saarlouis-Fraulautern : EVS übernimmt Verarbeitung des Grünschnitts im Saarland

Der gesammelte Grünschnitt von Wiesen und Hecken im Saarland wird vom nächsten Jahr an in allen 52 Städten und Gemeinden des Landes vom Entsorgungsverband Saar (EVS) abtransportiert und zu Kompost verarbeitet.

Für die Bürger, die ihren Grünschnitt zu den jeweiligen Sammelstellen der Kommunen bringen, könnte es aber unterschiedliche Gebühren geben, wobei der EVS den Gemeinden im Schnitt einen Beitrag von acht Euro pro Kubikmeter berechnen will. Das hat EVS-Geschäftsführer Georg Jungmann (CDU) am Dienstag auf der Verbandsversammlung in Saarlouis-Fraulautern angekündigt.

„Würde die Grüngutgebühr für die Bürger zu hoch, würde der Grünschnitt irgendwo im Wald landen. Das aber kann nicht unser Ziel sein“, sagte Jungmann, der eine Gebühr von einem Euro pro Sack Grüngut-Anlieferung als angemessen empfindet. Zugleich beklagte der EVS-Geschäftsführer, dass es noch immer Kommunen im Land gibt, die keine Grüngutsammelstelle haben. Dies und der trockene Sommer hätten dazu geführt, dass das jetzt schon in 31 Gemeinden eingesammelte Grüngut in diesem Jahr weit hinter dem zunächst gemeldeten Aufkommen zurückgeblieben sei. Das habe zu Irritationen geführt. So gab es für die Gemeinden, falls sie etwa zu viel gemeldet haten, unterschiedliche Gebühren.

Für Wadgassen beanstandete Bürgermeister Sebastian Greiber (SPD), dass Strafzahlungen im Raum stünden für Mindermengen: „Die Gebühren sind doppelt so hoch wie ursprünglich geplant.“ Dies solle in den Gemeinderäten kontrovers diskutiert werden. Der Illinger Bürgermeister und EVS-Sitzungsleiter Armin König (CDU) widersprach: „Der EVS ist ein Solidarverband, was sich bei der einheitlichen Abwassergebühr gezeigt hat. Wir sollten an diesem System nicht rütteln.“ Auch Geschäftsführer Jungmann sagte: „Der Solidargedanke ist das Erfolgsrezept im EVS.“

Jungmann kündigte an, dass das für 40 Millionen Euro geplante neue Biomassezentrum in Velsen im Jahr 2024 in Betrieb gehen solle. Bei zwei Bürgerversammlungen in Großrosseln und Saarbrücken-Klarenthal habe sich gezeigt: „Die Leute glauben uns, dass wir eine solche Anlage technisch betreiben können und ohne Geruchsbelästigung im Griff haben.“ Probleme mache aber noch der Lieferverkehr mit fünf Lkws pro Stunde. Hier werde es noch Gespräche mit dem Saar-Verkehrsministerium und dem Landesamt für Straßenbau geben. „Wir sehen uns hier an der Seite der betroffenen Kommunen“, sagte Jungmann.

Gut voran geht nach seinen Worten unterdessen der auf 20 Millionen Euro veranschlagte Neubau des EVS-Verwaltungsgebäudes in der Untertürkheimer Straße in Saarbrücken, der im Herbst 2020 bezogen werden und dann auf 6000 Quadratmetern Bürofläche alle Mitarbeiter zusammenführen soll. Durch Entlastung von Mietkosten soll sich dies auch positiv auf die Gebühren auswirken.

Zum neuen Vorsitzenden der EVS-Verbandsversammlung wählten die Vertreter der Kommunen am Dienstag einstimmig den Tholeyer Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU). Er ist dabei Nachfolger des nach der Kommunalwahl aus dem Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Großrosseln ausgeschiedenen Ratschefs Jörg Dreistadt (SPD). Schmidt sagte, der EVS habe sich schon zu einem schlagkräftigen Kommunalverband entwickelt und viele Neuerungen auf den Weg gebracht, aber mit der künftigen Einhaltung von Grenzwerten nach der Europäischen Wasserrechtslinie und der Grubenwasserproblematik auch „noch sehr viel Arbeit“. Sitzungsleiter König ergänzte: „Wir sind nicht der Entsorgungsverband der Bürgermeister, sondern der Kommunen und der Bürger.“

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