Ermittlungen gegen Pathologen im Saarland

Arztskandal : Saar-Linke stellen Gesundheitssystem infrage

Nach den Missbrauchsfällen am UKS und der Mordserie an der Völklinger SHG-Klinik ist dies nun der dritte Skandal, der das saarländische Gesundheitswesen binnen weniger Monate erschüttert.

Die Fraktionen im saarländischen Landtag zeigten sich am Montag entsetzt vom jüngsten Skandal im saarländischen Gesundheitswesen. Jochen Flackus, der parlamentarische Geschäftsführer der Saar-Linken, konnte und wollte sich zwar noch nicht zu den konkreten Vorwürfen gegen den Pathologen äußern, da die Ermittlungen laufen. Er betonte aber, dass im Gegensatz zu den Missbrauchsvorfällen am Universitätsklinikum Homburg die Verantwortlichen rasch gehandelt und sie die betroffenen Patienten umgehend informiert hätten. Unabhängig der kriminellen Hintergründe, seien die Vorkommnisse für Flackus weiteres Indiz, dass es „im Gesundheitssystem hinten und vorne nicht stimmt“. Gesundheit sei zu einer „ökonomischen Ware“ geworden und Ursache für „Turbulenzen, die wir ständig erleben“.

CDU-Fraktionschef Alexander Funk verwies ebenfalls auf die laufenden Ermittlungen gegen den Pathologen. Er könne aber verstehen, dass der Eindruck entstehe, „man darf hier im Saarland nicht mehr zum Arzt gehen“. Denn nach den Ereignissen am UKS und der Mordserie an der Völklinger SHG-Klinik ist dies nun der dritte Skandal, der das saarländische Gesundheitswesen binnen weniger Monate erschüttert. Im Saarland gebe es aber viele gute Ärzte und Pflegekräfte, die durch „Fehler einzelner“ nicht in Misskredit gebracht werden dürfen. Ein weitere Skandal in so kurzer Zeit erachtet Funk als Zufall und nicht als Fehler im Gesundheitssystem. Wichtig sei nun eine lückenlose Aufklärung.

Dem pflichtete der SPD-Landtagsabgeordnete Sebastian Thul bei. Der Skandal sei zwar am Montagmorgen in der Fraktion angesprochen worden. „Es ist aber zu früh, irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen“, sagte Thul, eine Analyse des Systems nach aktuellem Kenntnisstand schwierig. Ein Ruf nach mehr Kontrolle sei aber durchaus verständlich.

Auch die saarländische AfD im Landtag könne zu den Geschehnissen noch keine politische Stellungnahme abgeben, wie Fraktionsvize Rudolf Müller erklärte.

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