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Eiserner Meisterbrief für Alfons Weber aus Neuweiler: Er ist ein echter Könner

Eiserner Meisterbrief für Alfons Weber aus Neuweiler : Er ist ein echter Könner

Der 92 Jahre alte Alfons Weber aus Neuweiler erhält den Eisernen Meisterbrief.

Alfons Weber erinnert sich noch daran, wie die weltweite Vorzeigebrauerei in Walsheim nach dem Krieg in Schutt und Asche lag. Die Kupferkessel waren zerbombt, der junge Handwerker aus Neuweiler machte sich daran zu retten, was zu retten war. Als Kupferschmied war es damals seine Aufgabe, die Kessel aus Walsheim zu Neufang in die Landeshauptstadt zu bringen.

„Alle Brauereien im Saargebiet waren meine Kunden“, erzählt der 92-Jährige, der in der Handwerkskammer des Saarlandes den Eisernen Meisterbrief für sein 65-jähriges Jubiläum als Handwerksmeister erhielt.  In Wadrill geboren, lernte er einen Beruf, den er in Saarbrücken ausübte. Mit einem eigenen Geschäft und der Werkstatt in der Metzer Straße kümmerte er sich um Industrieleitungen und Kessel aus Kupfer. „Das Geschäft ist heute fast ausgestorben“, sagt er. Man bediene sich nicht mehr des Buntmetalls, die Rohre und Leitungen seien meist aus Edelstahl. Aus Kupfer seien heute noch Heizungsrohre, aber das sei kein Job für einen Kupferschmied.

„Ich bin in Rente – aber nicht im Ruhestand“, lächelt er verschmitzt, denn in Neuweiler habe er noch eine kleine Werkstatt. Dort, an seinem Haus mit dem großen Garten, repariere er Gebrauchsgegenstände und bastele mit Kupfer, soweit es nötig sei. Handwerkliches Geschick habe er heute noch und weil es ihm Spaß mache, werkele er eben noch immer mit dem roten Metall. Nur dass er keine Bierleitungen mehr baut, sondern eher Kupferkannen repariert. Gefäße habe er auch früher schon gebaut, das sei die Übung für die Gesellen gewesen. Sein Meisterstück war eine Destillationsanlage für eine Schnapsbrennerei, die lange Jahre in Schwemlingen bei Merzig im Einsatz war.

Der rüstige Kupferschmied hat vier Kinder, sieben Enkel und zwei Urenkel. Mit seiner Frau lebt er seit 22 Jahren in seiner Wahlheimat Neuweiler.