Interview: „Entweder man will etwas oder man will es nicht“

Interview : „Entweder man will etwas oder man will es nicht“

Die saarländische Band Lovebyrd hat ihr zweites Album selbst produziert. Am Donnerstag spielen sie im Mauerpfeiffer.

Erst waren Steph Krauth (33) und Mark Wernet (28) ein Paar, 2014 gründeten sie ihre Band Lovebyrd. Das saarländische Dreampop-Duo hat bis dato die Alben „Lovebyrd“ (2015) und „Content“ (2017) veröffentlicht und wird Mitte April auf dem Micropop Festival erstmals im Saarland auftreten. SZ-Mitarbeiter Kai Florian Becker sprach mit dem Duo.

Seit wann machen Sie Musik, und wer spielt welches Instrument?

Steph Krauth Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Denn ab wann heißt es: Musik machen? Mark und ich hatten beide schon Projekte vor Lovebyrd. Ich würde sagen, wir machen beide seit etwa zehn Jahren Musik. Wir nehmen alles selbst auf; Mark spielt die Instrumente ein, und ich singe. Live können wir das natürlich nicht alles alleine meistern und werden deshalb von zwei Freunden an der Gitarre, am Bass und Synthesizer unterstützt. Mark spielt live Schlagzeug, ich singe und spiele hier und da Synthie und Gitarre.

Wie kam es, dass Ihre Songs auch veröffentlicht wurden?

Mark Wernet Der Klassiker der 2010er Jahre: Wir hatten ein bisschen was von unserem ersten Album auf die Plattform Soundcloud hochgeladen. Dadurch wurde das Label Ongakubaka Records auf uns aufmerksam und schlug uns vor, ein Minialbum mit sechs Songs auf Kassette zu veröffentlichen. Danach haben wir mit zwei holländischen Do-It-Yourself-Jungs die ganze Platte auf Vinyl herausgebracht. Das aktuelle Album haben wir allerdings komplett alleine gemacht.

Das zweite Lovebyrd-Album „Content“ ist eine Doppel-LP. War es
nicht riskant, die alleine zu produzieren? Oder waren Sie sich sicher, dass Ihre Fangemeinde groß genug ist, um das investierte Geld wieder einzuspielen?

Wernet Entweder man will etwas oder man will es nicht. Wir haben unser Geld zusammengekratzt und los ging es. (lacht)

Das Album wurde im renommierten Poons Head Studio in Australien gemastert. Warum gerade dort?

Krauth Rob von Poons Head hatte schon unsere erste Platte gemastert. Wir waren sehr zufrieden mit seiner Arbeit und sind deshalb mit „Content“ wieder zu ihm gegangen. Wir hatten damals Mastering Studios von Platten, die uns gefallen, rausgesucht und angefragt. Poons Head hat Superreferenzen. Wir haben Rob einfach angeschrieben, ihm unsere Songs gezeigt und er hatte Bock drauf.

Das Glück war also mit den Mutigen und Tüchtigen?

Wernet Von Glück würde ich noch nicht reden. Es war schon cool, mit ihm und Ongakubaka zusammenzuarbeiten. Aber das kann es ja jetzt noch nicht gewesen sein, oder?

Haben Sie konkrete Ziele? Wäre es erstrebenswert, Lovebyrd professionell ergo ausschließlich zu machen?

Krauth Natürlich haben wir Ziele. Und ja: Jeder, der auf einem gewissen Level Musik macht, wäre wohl happy, damit auch seine Brötchen zu verdienen. Alles andere ist doch nicht ehrlich. Wie realistisch das heutzutage allerdings ist, sei mal dahingestellt. Aber ohne dieses Ziel wäre es doch sinnlos, oder?

Geht das vom Standort Saarland aus?

Wernet Tatsächlich haben wir uns diese Frage schon öfter gestellt. Das Saarland bringt einige Probleme mit sich, dadurch dass es so klein ist. Generell gibt es in größeren Städten mehr Möglichkeiten. Sei es Connections, Auftrittsmöglichkeiten, größere Zielgruppe, Szene... Allerdings sind wir der Meinung, dass es durch das Internet auch von hier aus möglich ist. Aber wir sparen das Saarland – bezogen auf unsere Präsenz und alles was dazu gehört – tatsächlich von Beginn an aus. Der Auftritt auf dem Micropop Festival ist unser erster im Saarland. Und es wird wohl auch auf absehbare Zeit der Einzige bleiben. Die Kreise hier sind sehr klein. Du hast ja bereits nach einem Gig das potenziell interessierte Publikum bespielt.

Termin: Das Micropop Festival (neben Lovebyrd mit den Bands Hope und Pale Grey) findet am Donnerstag, 19. April, ab 19 Uhr, im Mauerpfeiffer, Lebacher Straße 1, in Malstatt statt. Ein Ticket  für das  Saarbrücker Micropop Festival kostet 13,95 Euro.

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