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Entspannt in den Urlaub - Tipps zum Thema Stau im Saarland

Autoverkehr in der Urlaubszeit : Ohne Stau, Streit und Sorgen

Die Fahrt in die Sommerferien kann stressig werden. Es geht aber auch ganz anders, wenn man ein paar wichtige Tipps beachtet.

Die schönste Zeit des Jahres sollte der Urlaub sein. Damit die Anreise – gerade bei der aktuellen Hitze – mit dem Auto nicht zur Katastrophe wird, helfen die nachfolgenden Tipps.

Antizyklisch fahren: Wenn sich die Mehrheit der Urlauber am Freitagnachmittag auf den Weg macht, sind Staus programmiert. „Besser ist es, antizyklisch in die Ferien zu starten und zum Beispiel die Abend- und Nachtstunden für die Anreise zu nutzen“, empfiehlt Romy Mothes vom Auto Club Europa (ACE). Angesichts der aktuelle Hitzewelle sollte man nicht riskieren, in der Blechlawine zu landen. Wer ins Ausland fahre, sollte zudem auf die kleineren Grenzübergänge ausweichen.

Auf Hitze vorbereiten: Wer nicht nachts fährt, sollte sich selbst und sein Auto auf die extreme Hitze vorbereiten, die in diesen Tagen zur Belastung werden könnte. Das heißt: Genügend Getränke und leichtes, unverderbliches Essen für alle an Bord einpacken und öfter mal Pausen machen. Ohne Klimaanlage könnten Fahrten zur Tortur werden. Auf die niedrigste Stufe sollte man sie allerdings nicht dauerhaft stellen. Wichtig: Vor der Fahrt sollte man überprüfen, ob genügend Kühlflüssigkeit vorhanden ist. Sollte die Kühlflüssigkeit während der Fahrt knapp werden: Vor dem Nachfüllen erst den Motor abkühlen lassen. Verbrennungsgefahr!

Gut erholt ins Auto steigen: Noch schnell packen, im Laufschritt die letzten Sachen besorgen und dann ins Auto und auf die Autobahn? Keine gute Idee, sagt der Verkehrspsychologe Thomas Wagner von der Dekra. „Wer eine längere Autofahrt plant, sollte die Reise gut erholt antreten und ausgeruht ins Auto steigen. Die Stimmungslage sollte positiv und voller Vorfreude sein.“ Denn wer in einer gereizten und gehetzten Grundhaltung losfahre, sei anfällig für unüberlegte und spontane Handlungen, die leicht in aggressives Verhalten einmünden können.

Entspannt sitzen: Mit dem Auto in den Urlaub fahren heißt vor allem: sitzen. Damit dies nicht zur Qual wird, ist die korrekte Sitzeinstellung entscheidend. „Ideal ist eine leicht zurückgelehnte Sitzposition. Die Arme sollten etwas angewinkelt sein und die Oberschenkel locker auf der Sitzvorderkante aufliegen“, sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV). Der Abstand zum Lenkrad sollte so gewählt sein, dass auch bei durchgetretenem Pedal die Knie noch leicht angewinkelt sind.

Im Radio kommt eine Staumeldung – umfahren oder nicht? Sind sie schon nah dran, ist eine Umfahrung nach Einschätzung des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) weniger sinnvoll. Denn auch Ausweichrouten sind schnell überlastet. Schlimmstenfalls dauert es dort länger als im Stau zu warten, bis dieser sich auflöst. Wenn es sich nicht gerade um eine Vollsperrung handelt, ist das Ausharren in der Blechlawine aus Erfahrung des ARCD oft mit weniger Wartezeit verbunden als das Ausweichen. Eine großräumigere Umfahrung kann sich schon eher lohnen.

Prinzip Partnerschaft: Miteinander geht es auch auf der Fahrt in den Urlaub besser voran als gegeneinander. Wagner rät dazu, nach dem Prinzip Partnerschaft zu handeln und die anderen Verkehrsteilnehmer als Verbündete, nicht als Gegner zu sehen. „Zum Prinzip Partnerschaft gehört beispielsweise, dass man den anderen einfädeln lässt und insgesamt rücksichtsvoll unterwegs ist“, so Wagner. Damit werde auch unnötiger Ärger verhindert.

Was ist beim Einfädeln zu beachten? Oft bilden sich Staus, weil ein Fahrstreifen endet und etwa statt drei nur noch zwei zur Verfügung stehen. Viele Autofahrer scheren an solchen Stellen zu früh ein oder fahren zu sehr auf. Die Folge davon ist immer wieder Stillstand. Richtig geht es laut ACE so: Erst direkt vor der Engstelle fädeln sich die Autos auf die Nebenspur ein, schön nach dem Reißverschlussprinzip. Damit das klappt und der Verkehr dabei weiter fließt, ist ausreichend Abstand wichtig.

Reifen prüfen: Sehr wichtig ist der Zustand der Reifen, denn sie sollen die Urlauber sicher ans Ziel und wieder zurückbringen. „Neben dem Überprüfen der Lauffläche auf Beschädigungen und der Profiltiefe, die mindestens bei vier Millimeter liegen sollte, ist der richtige Reifendruck sehr wichtig“, sagt Reichel. Der korrekte Druck bei entsprechender Beladung findet sich in der Bedienungsanleitung, im Tankdeckel oder im Einstieg der Fahrertür. Auch das Reserverad sollte vor Fahrtantritt geprüft werden. Wer ein Reifen-Pannenset dabei hat, testet die Funktion des Kompressors und tauscht den Flüssigkautschuk nach spätestens fünf Jahren aus, rät Reichel.

Licht und Sicht: Der richtige Durchblick ist überlebenswichtig, weshalb eine umfassende Kontrolle von Scheiben, Scheinwerfern und Scheibenwischern zur Reisevorbereitung dazugehört. „Kleine Steinschläge können sich während der Fahrt zu großen Rissen entwickeln und spröde Wischerblätter hinterlassen breite Schlieren auf der Scheibe“, warnt der Experte. Auch der Füllstand der Scheibenreinigungsanlage sollte vor Fahrtantritt überprüft werden.

Pausenregeln beachten: Wer zu lange im Auto sitzt, wird unkonzentriert. Verkehrspsychologe Wagner rät dazu, mindestens alle zwei Stunden einen Parkplatz anzusteuern. „Die Bewegung bringt den Kreislauf wieder in Schwung und hilft auch Kindern, das lange Stillsitzen besser zu überstehen.“ Wichtig sei auch, entsprechende Pausen bereits bei der Reiseplanung einzukalkulieren. „Deutet sich ein Stau an, ist es gerade bei hohen Temperaturen empfehlenswerter, frühzeitig abzubiegen und eine Pause einzulegen.“

Wie informiere ich mich, wo es eng werden könnte? Aktuell stets über die Verkehrsnachrichten im Radio oder über Routenplaner wie Google maps, die auch Stauinformationen bereitstellen. Für die längerfristige Planung bieten ADAC und Auto Club Europa (ACE) im Internet kostenfrei Prognosen, auf welchen Strecken in Deutschland, Österreich und der Schweiz am folgenden Wochenende die Staugefahr besonders hoch ist.

Wie verhalte ich mich in der Blechlawine? Ganz wichtig: eine Rettungsgasse bilden, und zwar zwischen der äußeren linken und der mittleren Spur. Ansonsten ist Geduld gefragt. Ständige Spurwechsel bringen keine zeitlichen Vorteile. Zudem hat man lieber vorgesorgt und ausreichend Getränke und Snacks im Auto.

Was ist, wenn die Blase drückt? Das menschliche Bedürfnis ist verständlich, doch die Regeln sind klar: Autobahnen zu betreten, ist generell verboten. Das gilt auch im Stau. Zehn Euro Bußgeld drohen. Davon ausgenommen ist nur der Fall einer Fahrzeugpanne, bei dem Betroffene das Fahrzeug verlassen und zum eigenen Schutz hinter die Leitplanke klettern. Wenn das Auto den anrollenden Verkehr behindert, weil der Fahrer austritt, drohen je nach Dauer 30 bis 70 Euro Strafe. Dazu kommt: In der Öffentlichkeit zu pinkeln, ist grundsätzlich untersagt und wird je nach Stadt oder Kommune unterschiedlich hart bestraft. Menschen mit schwachen Blasen sollten über die Anschaffung eines Notfall- oder Taschen-WCs nachdenken.