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Konzerthalle im Bürgerpark?
Entscheidung zur Messe fällt im Herbst

Blick von oben auf den Bürgerpark, die Congresshalle und das andere Saarufer. Saarbrückens Baudezernent Heiko Lukas hält nichts davon, im Bürgerpark eine Konzerthalle zu bauen. Die Grünfläche müsse erhalten bleiben.
Blick von oben auf den Bürgerpark, die Congresshalle und das andere Saarufer. Saarbrückens Baudezernent Heiko Lukas hält nichts davon, im Bürgerpark eine Konzerthalle zu bauen. Die Grünfläche müsse erhalten bleiben. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Neubau an der Congresshalle oder auf der anderen Saarseite? Stadt und Land wollen diese Frage jetzt schnell klären. Von Markus Saeftel

Wird in der Saarbrücker Innenstadt die Congresshalle für Messen erweitert und eine neue Halle für große Konzerte gebaut? Stadt und Land prüfen beides intensiv, erklärt Jürgen Barke (SPD), Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, im SZ-Gespräch. Dabei sind die Überlegungen zur Congresshalle ziemlich weit. Wie Barke sagt, soll die Halle saniert werden. 15 Millionen Euro könnte das kosten. Das hat ein Gutachten nach Angaben des Ministeriums ergeben. Beschlüsse der Landesregierung und des Aufsichtsrats der Congress Centrum Saar (CCS) GmbH stünden aber noch aus. Sechs Millionen Euro für die Sanierung könnten  aus dem Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union kommen, meint Barke.


Um den Messe- und Kongress-Standort Saarbrücken zu stärken, werde die Congresshalle erweitert, berichtet Barke. In der Innenstadt soll ein Messe- und Kongresszentrum entstehen, nachdem die Stadt das Messegelände am Schanzenberg verkaufen will. Wo der Erweiterungsbau stehen wird, müsse nach einer Grundsatzentscheidung am Ende der Stadtrat beschließen. Denn das Planungsrecht liege bei der Stadt, erklärt Barke. Allerdings sind noch einige Fragen offen, unter anderem müsse der Denkmalschutz beachtet werden, wenn die in den 60er-Jahren gebaute Congresshalle einen Anbau bekäme.>" src="/js/tiny_mce/plugins/irnotes/img/note.png">Baudezernent Heiko Lukas ergänzt, seit Ende 2017 tage eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Vertretern der Stadt, der Landesregierung und der CCS. Nun liege eine Entwicklungsstudie zum Messestandort Saarbrücken vor, die Grundlage für die Entscheidung sei. Dem müssten weitere Studien folgen, um die konkreten Kosten zu ermitteln.

Neben der Entwickung des Messestandorts gibt es auch Überlegungen, eine Konzerthalle zu bauen, sagt Barke. Das war auch am Montag Thema einer Podiumsdiskussion der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik im SZ-Forum. Nach Ansicht Barkes ist eine Halle für Messen und Konzerte nicht sinnvoll, weil Messe- und Konzertveranstalter andere Bedürfnisse an Raumaufteilung und Technik hätten. Also könnte die Lösung sein, zwei Hallen zu bauen. Zuvor müsse geklärt werden, wie viel eine Sanierung der in die Jahre gekommenen>" src="/js/tiny_mce/plugins/irnotes/img/note.png">Saarlandhalle und im Vergleich eine neue Halle kosten würden. Nur wenn die Kosten der neuen Halle geringer sind, würden die Bürger verstehen, dass ein Neubau Sinn macht. Dabei sei natürlich der Standort entscheidend.



Wie geht es weiter? Barke erklärt, bis zum Herbst werde eine Entscheidung zum Erweiterungsbau für Messen und Kongresse fallen. Ein möglicher Standort ist die oberirdische Parkfläche auf dem Congresshallen-Vorplatz. Eine Alternative wäre  der Totoparkplatz in Alt-Saarbrücken, erklärt Baudezernent Heiko Lukas. Der Bürgerpark ist nach Ansicht von Barke möglicherweise auch eine Option für eine Konzerthalle. Allerdings könnten gegen den Bürgerpark die Anforderungen an den Hochwasserschutz sprechen. Baudezernent Heiko Lukas stellt klar, dass er gegen eine Bebauung des Bürgerparks ist. Die Grünfläche an der Saar sei unter anderem für den Stadtteil Malstatt sehr wichtig. Die Stadt wolle den Bürgerpark beleben. Erstes Zeichen dafür sei der Bau einer Skateranlage, die viele Jugendliche anlocken soll.

Barke ist dafür, in einer Machbarkeitsstudie alle wichtigen Fragen zu klären. Dazu zähle auch, wie der Verkehr rund um die Congresshalle geregelt werden soll. Die Entscheidung, ob und wo die zweite Halle gebaut wird, könnte dann 2019 fallen und Ende 2020 die Bauarbeiten beginnen. Barke mahnte aber zur Bescheidenheit. Der Standort Saarbrücken könne sich nicht mit Hamburg oder München vergleichen und werde ein Anbieter regionaler Messen bleiben. Bei den Konzerten sei Luxemburg ein großer Konkurrent. Deshalb müssten Messe-Erweiterung und Konzerthalle mit Augenmaß geplant werden. Barke plädierte für eine „wirtschaftliche Lösung“, die Investitionen müssten finanzierbar sein. Barke will deshalb alle Förderprogramme von Bund und EU nutzen. Die CCS, unter deren Dach die Congress- und Saarlandhalle zusammengefasst sind, mache derzeit jährliche Verluste von rund drei Millionen Euro. Das Land hält 80 Prozent der Anteile an der CCS, die Stadt Saarbrücken 20 Prozent.

Staatssekretär Jürgen Barke
Staatssekretär Jürgen Barke FOTO: Dirk Guldner / www.foto-guldner. / Dirk Guldner/www.foto-guldner.de