Elka Brand ist Kassiererin im Saarbrücker Totobad

Porträt : Die Frau im Kassenhaus des Totobades

Für Elka Brand beginnt ihr 28. Sommer auf dem Schwarzenberg. Sie freut sich, die Stammkunden wiederzusehen.

Obwohl die Temperaturen dieser Tage noch nicht an einen Freibadbesuch denken lassen, startet am Samstag, 18. Mai, das Schwarzenbergbad in die neue Saison. „Ja, das Wetter könnte besser sein“, sagt Elka Brand dann auch gleich zu Beginn des Gesprächs. Sie ist eine von zwölf fest angestellten Kassiererinnen der Saarbrücker Bäder. Gemeinsam mit acht Saisonkräften stemmt sie die Öffnungszeiten des Totobades im Sommer und bereitet derzeit mit anderen Mitarbeitern der Saarbrücker Bäder die neue Saison vor.

Für Elka Brand wird es der 28. Sommer sein, den sie in einem der Kassenhäuschen des Totobades verbringt. Und wie jedes Jahr freut sie sich auf die vier Monate im Freibad. „Die anderen acht Monate bin ich im Alsbachbad in Altenkessel. Ich freue mich immer, wenn es mit der Freibadsaison wieder losgeht, wenn ich raus kann. Aber nach dem Sommer ist man etwas geflasht, sodass ich mich dann auch wieder auf das Hallenbad freue. Es ist halt immer wieder anders“, erklärt sie – und lacht. Elka Brand versprüht gute Laune. Man merkt, dass sie sich auf die neue Saison wirklich freut. Eigentlich ist sie gelernte Näherin, hat früh geheiratet und wurde Mutter. 1991 wurde sie Schwimmbad-Kassiererin, damals noch im Saarbrücker Stadtbad, „mit seinen herrlichen Mosaiken“, schwärmt sie.

Die Sommer aber verbringt sie seither im Totobad. „Wir haben ein sehr gutes Arbeitsklima. Und es ist einfach toll, wenn man zu Beginn der neuen Saison den ganzen Stammkunden wieder begegnet. Da wird die ersten Tage viel erzählt“, sagt sie. Und dann berichtet Brand, dass die meisten Besucher auch bei schlechtem Wetter gute Laune hätten. „Die freuen sich dann, dass sie das Freibad ganz für sich haben. Und wir kommen dazu, Liegengebliebenes aufzuarbeiten“. Aber natürlich ist ihr schönes Wetter lieber. So wie im letzten Jahr. „Der letzte Sommer war schon etwas Besonderes. Es war sehr viel Betrieb und auch etwas stressig. Aber wir waren stolz, dass wir das alles bewältigt haben“, berichtet Elka Brand.

Und dann erzählt sie, was ihr an ihrer Arbeit im Kassenhäuschen im Totobad so gut gefällt. „Die Kinder freuen sich so, wenn sie ins Freibad dürfen. Das Strahlen in ihren Augen ist einfach toll.“ Natürlich hat sie von den 27 Sommern, die sie im Totobad verbracht hat, auch viel zu erzählen. „Einmal kam eine hochschwangere Frau und fragte, ob sie noch ins Freibad dürfe. Und ob man ihr gegebenenfalls helfen könne. Und tatsächlich setzten dann die Wehen ein, und wir haben uns um sie gekümmert, einen Rettungswagen gerufen. Abends hat sie dann noch angerufen und sich herzlich bedankt und erzählt, dass sie Mutter geworden war.“ Und dann berichtet sie von einem kleinen Kind, dass sein Lieblingstier im Totobad verloren hatte. Es wurde gefunden, die Eltern wurden angerufen. „Als das kleine Kind sein Schnuffeltier abholte, hat es vor Freude geweint.“ Auf die Frage, ob es auch entgegengesetzte Geschichten gibt, überlegt Elka Brand – und muss dann verneinen. „An einen schlimmen Unfall in den letzten Jahren kann ich mich gar nicht erinnern“, sagt sie.

Ein Problem aber sei, dass ein Teil der Besucher immer schlechter schwimmen könne. „Wenn eine Besuchergruppe kommt, wo wir das merken, dann sagen wir am Becken Bescheid. Dann halten die Mitarbeiter dort die Augen offen.“ Sie findet diese Entwicklung traurig, denn „für Kinder bedeutet Schwimmen zu gehen viel Spaß mit Freunden, da wollen alle mitmachen“.

Ein besonderes Lob verteilt Elka Brand dann an unsere französischen Nachbarn, die sehr gerne ins Totobad kommen. „Die sind immer besonders freundlich.“ Und dann erzählt sie, dass im letzten Jahr auch Besucher aus Kanada, aus Schweden, Norwegen und Korea im Bad waren. Am liebsten wäre ihr daher, dass sich pünktlich zum Saisonstart am Samstag, 18. Mai, das Wetter bessert, damit sie alle mit viel Elan loslegen können – und Kinderaugen wieder leuchten können.

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