Eis-Paul ist seit über 40 Jahren mit seinem Eis in Saarbrücken unterwegs.

Saarbrücker Original : Eis-Paul denkt nicht ans Aufhören

Er ist ein Saarbrücker Original: Paolo Iacono ist seit mehr als 40 Jahren mit seinem Eis-Auto in der Stadt unterwegs.

Ewigkeit – das ist eine Kategorie für Legenden, für Helden, für Menschen, die irgendwie schon immer da waren. „Eine Ewigkeit“, antwortet denn auch Paolo Iacono auf die Frage, wie lange er schon Eis-Paul ist. Dann rechnet der Mann, der im September 75 Jahre alt wird, doch kurz nach. 1964 ging das los mit ihm und dem Eis. Da hat Paolo in einem Eiscafé in Ensheim angefangen. Ein paar Jahre später, sagt er, „Ende der 60er Jahre muss das gewesen sein“, hat er sich selbstständig gemacht. Und seit 1967 ist er mit dem Auto unterwegs.

Vor ein paar Tagen hat Eis-Paul seinen Kleinbus wieder startklar gemacht. Ende März/Anfang April beginnt für ihn die Saison. „Es ist seit über 40 Jahren eigentlich immer dieselbe Tour“, sagt er. In St. Johann ist er unterwegs, vor allem auf dem Rotenbühl, auf dem Eschberg, im Industriegebiet. „Ich bin eigentlich den ganzen Tag in Saarbrücken unterwegs“, erzählt Paul. Bei schlechtem Wetter bleibt er aber auch mal daheim. Die Frage sei ja: „Warum soll ich raus, wenn ich nur Sprit verbrauche?“

Neben schlechtem Wetter gibt es auch Jahreszeiten, die nicht so gut fürs mobile Eis-Geschäft sind. Der Winter, klar, aber auch die Ferien, sagt Paul. Der Frühling sei eine gute Zeit, auch der Beginn des Sommers und der frühe Herbst. „Die Ferien sind die schlechteste Zeit. Was nutzen mir 30 Grad, wenn keine Leute da sind? Da kannst du klingeln, bis dir der Arm abfällt“, sagt Eis-Paul. 15 Sorten Eis hat er immer im Auto dabei. Etwas mehr als 20 Sorten stellt er in seinem Haus in Burbach regelmäßig her. Auch für seinen Sohn Enzo, der in der Gersweiler Hauptstraße eine Eisdiele hat.

Ein Lieblingseis hat Paul nicht. „Ich esse selbst alle Eissorten, die ich mache. Vanille, Schoko und Stracciatella sind aber die beliebtesten Sorten, da würde ich nie sagen: Die machst Du heute mal nicht.“ Schlumpfeis dagegen macht Paul nicht. „Das ist kein Naturprodukt“, sagt er. Außerdem werde bei ihm „alles gekocht“. „Es gibt welche, die bereiten Eis kalt zu. Aber wegen der Sicherheit wird bei mir erst mal alles pasteurisiert“, erklärt er.

Andere sind in seinem Alter schon lange in Rente. Denkt er ans Aufhören? „Dafür habe ich keine Zeit“, sagt er und lacht. Aber seine Frau. „Wenn es nach ihr ginge, dann hätte ich schon vor zehn Jahren aufgehört. Aber so lange es mit Spaß macht, geht es weiter“, sagt er. Außerdem: „Ich muss ja noch das Eis für meinen Sohn machen. Da kann ich das für mich ja gleich mitmachen und rausfahren.“ Kurze Pause. „Und wenn es irgendwann nicht mehr geht, geht es eben nicht mehr.“

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