Drei Männer - drei Schecks : Ein wichtiger Baustein der Sozialgeschichte

Drei Männer - drei Schecks : Ein wichtiger Baustein der Sozialgeschichte

Unterstützung für den Rechtsschutzsaal in Bildstock: Mehr als 12 500 Euro kamen durch drei Spenden in die Kasse der Stiftung.

Eckstein ist Trumpf – so lautete der Titel des dritten Gedanktags an Nikolaus Warken, der kürzlich im Rechtschutzsaal in Bildstock stattfand. Warken, den alle Eckstein nannten, führte die Bergarbeiter im Arbeitskampf 1889 an. Ihm und seinen Mitstreiten verdankt die Arbeiterbewegung bis heute viel und  Bildstock das älteste Gewerkschaftshaus Deutschlands, eben den Rechtschutzsaal.

„Ohne Eckstein wäre die Gesellschaft heute eine andere“, sagte Friedrichsthals Bürgermeister Rolf Schultheis, der Vorstandsvorsitzender der Stiftung Rechtschutzsaal ist, die sich seit Jahren für den Erhalt dieses Kleinods aus der Zeit gewerkschaftlicher Ursprünge einsetzt und versucht, dieses einzigartige Bauwerk über die Landesgrenzen hinweg bekannt zu machen – und mit Leben zu erfüllen.

Diese Arbeit fällt aktuell ein klein wenig leichter, denn Schultheis durfte gleich drei Schecks in Empfang nehmen. Eugen Roth (SPD), Hans Berger (Gewerkschaft IGBCE) sowie Klaus Dieter Woll (Gesamtbetriebsrat Steag) feierten zuletzt runde Geburtstage oder verabschiedeten sich in den Ruhestand. Doch anstelle von Geschenken  zum Ehrentag wünschten sich die drei Gewerkschaftler Spenden, die sie nun weitergeben konnten: Über 12 500 Euro sind dabei zusammengekommen. „Der Rechtschutzsaal ist ein wichtiger Baustein der Sozialgeschichte Deutschlands“, betonte Roth: „Seine Bedeutung geht weit über Friedrichsthal und das Saarland hinaus.“

Zu den Kooperationspartnern des Eckstein-Gedenktages gehört die Arbeitskammer des Saarlandes. Deren Sprecher Thomas Otto schlug in seiner Ansprache die Brücke zum „Untertitel“ des Tages: „Erinnerung und Alltag – analog trifft digital“. „Die Werte der Montanmitbestimmung haben mich immer motiviert mitzuarbeiten“, so Otto, „vieles, was wir daraus gelernt haben, müssen wir in die digitale Zukunft mitnehmen“.

Kabarettist Moritz Neumeier präsentierte Auszüge seines aktuellen Programms, redete über Angst, Meinungsfreiheit, Sexismus und Solidarität. Meist witzig, oft aber auch mit einem Spiegel in der Hand und einem Nadelstich des Nachdenkens. „Wir brauchen einen moralischen Kompass“, sagte der Norddeutsche, „es werden in Deutschland Menschen geboren, die keine Chance auf einen solchen Kompass haben, weil schon ihre Eltern keine Chance darauf hatten“. Darum sei gewerkschaftliches und vor allem gesellschaftliches Engagement heute wichtiger denn je.

Für die etwa 80 Teilnehmer des Gedenktages in Bildstock standen nach der Eröffnung im Rechtschutzsaal noch der Besuch des Rischbachstollens in St.Ingbert, die Fahrt zur Nikolaus-Warken-Gedenkstätte in Tholey sowie die anschließende Gedenkveranstaltung auf dem Programm.