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Ein Experte für spezielle Flüssigekieten rückt an
Ein urbayerischer Abend soll’s werden

Biersommelier Andreas Blasius referierte vor drei Jahren schon in Sulzbach.
Biersommelier Andreas Blasius referierte vor drei Jahren schon in Sulzbach. FOTO: Thomas Seeber
Ein Biersommelier kommt mit einigen Spezialitäten nach Sulzbach zur Verköstigung.

Sulzbach (cor) „Die Durststrecke ist überwunden“, freut sich Markus Parnitzke. Dem Betreiber des Salzbrunnen Carrées ist es gelungen, erstmals seit vergangenem Herbst Biersommelier Andreas Blasius für zwei weitere Veranstaltungen zu gewinnen. Blasius genießt mittlerweile einen gewissen Kultstatus, war schon mit deutschen, aber auch sehr interessanten internationalen Bierspezialitäten in Sulzbach zu Gast und hat sich damit eine kleine, treue Fangemeinde erarbeitet. Am Mittwoch, 4. April, wird Blasius wieder einmal einen Blick auf die stetig wachsende Craftbeer-Szene werfen, zuvor geht es am 9. März ab 19.30 Uhr aber sehr viel traditioneller zu.


„Gott mit dir, du Land der Bayern“, heißt es in der Hymne des Freistaates, zu dessen Selbstverständnis auch jenseits des Weißwurstäquators die eigene Bierkultur zählt. Dazu gehören seit jeher auch die sogenannten Klosterbrauereien. Doch heutzutage sollte man durchaus zweimal nachschauen, wenn „Klosterbräu“ auf der Flasche steht. „Es gibt leider nur noch acht bayerische Brauereien, die unter klösterlicher Aufsicht brauen. Alle anderen haben zwar einen Mönch im Etikett oder ein Kloster im Namen, sind jedoch privatisiert“, berichtet der Experte: „Im Laufe der Säkularisation wurden fast alle Klosterbrauereien Ende des 18. Jahrhunderts bis Anfang des 19. Jahrhunderts geschlossen oder in private Hände abgegeben.“

War das Bier anfänglich als Art „Nahrungsergänzung“ für die Geistlichen gedacht, sorgte später der Verkauf des Gerstensaftes auch für die wirtschaftliche Basis so manchen Klosterbetriebes.

Der „Star“ unter den verbliebenen echten Klosterbrauereien ist sicher der aus dem Kloster Andechs. Hier hat Blasius sich für die Verkostung für das helle Bergbock entschieden. Mit 7,8 Volumenprozent Alkohol ist aber das Doppelbock aus dem Kloster Ursberg deutlich gehaltvoller. Eine Weizenbier-Variante kommt aus der Klosterbrauerei Scheyen und auch die „Pils-Trinker“ sind bei der Auswahl der insgesamt zehn verschiedenen Brauerzeugnisse nicht vergessen worden. „Wir werden einen urbayerischen Abend erleben“, verspricht Blasius, „manche Brauereien vertreiben ihr Bier nur in der nahen Umgebung, sind darum auch kaum bekannt. Das dürfte für Bierfreunde sicher sehr spannend werden.“ Wirt Markus Parnitzke hat das Thema auch kulinarisch aufgegriffen. „Es gibt Mini-Haxe auf Kraut spezial“, verspricht der Gastronom, „Dirndl und Lederhose sind an dem Abend zwar nicht Pflicht, werden aber gerne gesehen.“ 39 Euro kostet die exklusive Reise in die Bierkultur. Der Teilnehmerkreis ist auf 30 Personen beschränkt, Karten gibt es im Vorverkauf im Carrée.

(cor)