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Jetzt liegen die konkreten Pläne auf dem Tisch
Ein Paradies für die jungen Leute

Das alte Schwesternwohnheim wird in absehbarer Zeit aus dem Dornröschenschlaf erwachen.
Das alte Schwesternwohnheim wird in absehbarer Zeit aus dem Dornröschenschlaf erwachen. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Weitreichende Pläne zum Umbau des ehemaligen Schwesternwohnheims, das vor allem dem Nachwuchs viel Platz bieten soll. Von Stefan Bohlander

Das Sulzbacher Jugendzentrum (Juz) soll umziehen und sich vergrößern – von derzeit rund 200 Quadratmeter auf dann zirka  300. Wobei zu beachten ist, dass die jetzigen Räume ja nicht komplett genutzt werden könnten. „Alles, was Sie jetzt nicht nutzen können, werden Sie dann dazugewinnen“, führte Prof. Klaus-Dieter Köehler am Donnerstagabend in der Aula aus. Die Stadt hatte dorthin zu einer Bürgerversammlung geladen, um die Umbaupläne des Schwesternwohnheims vorzustellen.


Das deutlich in die Jahre gekommene Gebäude wurde vor einiger Zeit von der Stadt gekauft. Nun präsentiert sich das denkmalgeschützte Haus an der Ecke Lazarettstraße/Bahnhofstraße als Schandfleck und soll umgebaut werden – zu einem „Haus der Generationen“, das zu einem großen Teil durch das Juz bevölkert wird. Weiterhin ist angedacht, der Gemeinwesenarbeit der Caritas, dem Seniorenbeirat und eventuell auch dem Projekt „Familie gibt Aufwind“ oder dem Verein Kleine Tiger dort Platz zur Verfügung zu stellen.

Für das Juz jedenfalls sind die Planungen am weitesten fortgeschritten. Demnach soll der linke Teil des Schwesternheims, ein Anbau späterer Jahre, abgerissen werden. Dort soll dann ein nach hinten langgestreckter und dreigeschossiger Neubau entstehen. In diesen kommen eine Treppe, Sanitäranlagen, eine Dusche und ein Fahrstuhl. Das Gebäude werde somit komplett barrierefrei erreichbar sein, erklärte Köehler. Zahlreiche Fenster auf der Südstraße des Baus sollen für ein lichtdurchflutetes Inneres sorgen. Der alte Gewölbekeller soll außerdem hergerichtet werden und  von der rechten Seite und vom Erschließungstrakt her zugänglich sein. Dazu muss eine kleine Vertiefung gegraben werden, sodass es dort am Ende wie ein kleines Amphitheater wirkt.



Die ersten beiden Etagen sollen das Juz beherbergen. Im Dachgeschoss gibt es einen großen Bewegungsraum und Büros. Für die Nutzung konnten die Kinder und Jugendlichen bereits im Vorfeld Wünsche und Anregungen abgeben – das taten sie mittels eines kurzen  unterhaltsamen Filmes. So seien eine Rampe zum Skateboard fahren oder ein Fitnessraum und eine Hängematte wünschenswert. „Schauen wir mal, wir haben ja jetzt jede Menge Platz“, machte Köehler Mut. Zahlreiche weitere Angebote wie ein TV-Raum, Billardtisch und Tischtennisplatten für Innen und Außen werden weiterhin vorhanden sein. Das Konzept wurde von der Arbeitsgemeinschaft Prof. Klaus Dieter Köehler/Architekturbüro 3bstoff Michael Arend – Michael Seiler entwickelt.

Die Kosten sollen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro belaufen, von denen die Stadt selbst rund ein Drittel aufwenden muss, erläuterte Bürgermeister Michael Adam. Die Finanzierung geht über das Programm „Soziale Stadt“, das Geld war ursprünglich für die Sanierung des Anwesens Sulzbachtalstraße 116-118 vorgesehen. Dies soll nun also umgeleitet werden, was auch bereits mit den zuständigen Stellen abgeklärt sei. Prämisse dabei war jedoch, dass das Geld für eine öffentliche Nutzung ohne kommerziellen Hintergrund ausgegeben werde – was bei dem vorgestellten Projekt der Fall sei. Der Stadtrat habe der Finanzierung bereits seine Zustimmung gegeben.

Vonseiten der rund 50 interessierten Bürger, unter denen auch zahlreiche Juz-Nutzer waren, kamen noch einige Anregungen. So könne man darüber nachdenken, Wasser aus dem Brunnenschacht unter dem Gewölbekeller für die Toilettenspülung zu nutzen. Eine weitere Idee war, in die Behindertentoilette noch einen Wickelraum zu integrieren.

Die veranschlagten 1,2 Millionen Euro beinhalten Gebühren und Honorare für die Planer, jedoch noch keine weiteren Einrichtungskosten, erklärte Klaus-Dieter Köehler. Der Bauantrag soll kommende Woche eingereicht werden, die Anregungen aus der Bürgerversammlung nehme man noch mit auf.

Um den Zuschuss zu erhalten, müssen die Arbeiten am Haus bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein, den Außenbereich müsse man deswegen eventuell später in Angriff nehmen. In der kommenden Sitzung des Stadtrates am 30. August werde die Diskussion zum nächsten Haushalt sicherlich zur Sprache kommen, lud Bürgermeister Adam ein und schloss mit den Worten: „Jetzt können wir das Projekt anpacken.“