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Hohe Auszeichnung für Siegfried Mayer
Ein Mann der Tat und nicht leerer Worte

Im Rahmen einer Feierstunde erhielt Siegfried Mayer die Bundesverdienstmedaille. Bürgermeister Michael Adam (Mitte) und Innenstaatssekretär Christian Seel gratulierten ganz herzlich.
Im Rahmen einer Feierstunde erhielt Siegfried Mayer die Bundesverdienstmedaille. Bürgermeister Michael Adam (Mitte) und Innenstaatssekretär Christian Seel gratulierten ganz herzlich. FOTO: BeckerBredel
Sulzbach/Spiesen-Elversberg. Feierliche Verleihung der Bundesverdienstmedaille an Siegfried Mayer in der Sulzbacher Aula mit Laudatio des Innenstaatssekretärs.

Vergangenes Jahr durfte er sich über die Bürgermedaille der Stadt Sulzbach freuen. Und am Dienstagnachmittag drehte sich in der Aula wieder alles um ihn. Denn Siegfried Mayer durfte aus der Hand von Christian Seel, Staatssekretär im Innenministerium, die Bundesverdienstmedaille entgegennehmen. Korrekt nennt sich die hohe Auszeichnung: „Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“. Für den 77-Jährigen war dieser feierliche Akt etwas ganz Besonderes, wobei er im Gespräch mit der SZ dann auch auf die Ehrung in 2017 verwies: „Mehr geht nicht.“



Bürgermeister Michael Adam erinnerte in seiner Begrüßungsansprache daran, dass der zu ehrende Senior segensreich in Hühnerfeld wirkte, allerdings in Spiesen-Elversberg wohne. Dass nun der Festakt sich in Sulzbach vollziehe, möge man jedoch nicht als „feindliche Übernahme“ verstehen, merkte Adam mit einem Augenzwinkern an.

„Der eine wartet, bis die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.“ Dieses Zitat von Dante Alighieri, Dichter und Philosoph des 13. Jahrhunderts, stellte Christian Seel seiner Laudatio voran. Denn es habe mit dem feierlichen Akt in der Aula zu tun. Die Bundesverdienstmedaille, so Seel, werde Persönlichkeiten zuteil, die sich „weit über das gewöhnliche Maß für andere Menschen und für das Gemeinwohl eingesetzt haben“, die nicht nach dem Motto leben, „Man müsste was tun“, sondern sagen: Ich tue es.“

Was Siegfried Mayer, das „Hühnerfelder Urgestein“ in den zurückliegenden Jahrzehnten alles geleistet hat, darauf ging der Innenstaatssekretär sehr detailliert ein: Als das älteste von sechs Kindern des Bäckermeisters Leo Mayer und seiner Ehefrau Klara begann er als Lehrling im elterlichen Betrieb. Den Meisterbrief erwarb er mit Auszeichnung Um sich dann einen großen Berufswunsch zu erfüllen, nachdem Bruder Eberhard die Bäckerei der Eltern übernahm. Mayer nämlich hatte zwischenzeitlich an der Abendschule die Hochschulreife erworben und begann sein Studium. Danach war er Lehrer am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum (TGBBZ) in Saarbrücken bis zur Pensionierung 2005. Siegfried Mayer ist seit mehr als fünf Jahrzehnten in der Pfarrgemeinde St. Marien in vielfältiger Funktion tätig. Vor allem habe er es fertiggebracht, die Zusammenarbeit der verschiedenen Weltreligionen an seiner Wirkungsstätte positiv zu gestalten.

Der zu Ehrende habe sich überdies in der Bäckerinnung engagiert (20 Jahre im Prüfungsausschuss), und er war Personalratsvorsitzender am TGBBZ. Darüber hinaus war und ist Mayer der Bundeswehr eng verbunden. Seine letzte Tätigkeit war als Oberstleutnant der Reserve und Verbindungsoffizier im Verteidigungsbezirk 81 in Halle/Saale. Und bis heute arbeitet er im Verband der Reservisten der Bundeswehr mit.

Siegfried Mayer bedankte sich am Ende für die hohe Auszeichnung, die ihm zuteil wurde, und verkündete vor großem Auditorium, die Medaille seinen Eltern widmen zu wollen. Weil sie ihm und seinen Geschwistern beibrachten, für andere Menschen einzutreten. Und weil sie ihren Kindern überdies Pflichterfüllung und Werte in die Wiege gelegt haben.

(mh)