Zu Besuch bei Papst Franziskus: Ein Erlebnis fürs Leben im Vatikan

Zu Besuch bei Papst Franziskus : Ein Erlebnis fürs Leben im Vatikan

Martin Rybak aus Friedrichsthal erzählt von seinem einmaligen Besuch bei Papst Franziskus.

,Wie ist das eigentlich so, wenn man dem Papst begegnet? Man bekommt normalerweise ja nur selten Gelegenheit, jemanden zu fragen, der davon erzählen kann. Martin Rybak ist so jemand. Der Friedrichsthaler hatte die Ehre, zu einer vierköpfigen Bürgerdelegation zu gehören, die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer vergangene Woche zu einer der sehr begehrten Privataudienzen bei Papst Franziskus begleiten durfte (wir berichteten). „Die Ministerpräsidentin hatte hierfür vier Personen ausgewählt, die sich ehrenamtlich in verschiedenen christlichen Organisationen einbringen“, erzählt Rybak. Im Rahmen der Landesarbeitsgemeinschaft Pro Ehrenamt war ihm 2015 für sein ehrenamtliches Engagement in der Pfadfinderarbeit die Verdienstmedaille des Verdienstordnes der Bundesrepublik Deutschland überreicht worden. „Ich sehe die Einladung als große Wertschätzung für unsere Jugendarbeit bei den Pfadfindern im Saarland.“ Dann kommt er aus dem Erzählen nicht mehr raus: „Am Donnerstagmorgen wurde ich zuhause abgeholt und zum Flughafen nach Frankfurt gebracht, wo ich die Ministerpräsidentin und die anderen Gäste traf. Mit einem ganz normalen Linienflug waren wir zwei Stunden später in Rom.“ Wie man die Ministerpräsidentin anspricht? „Frau Kramp-Karrenbauer ist da sehr locker und unkompliziert“, sagt Rybak. „Wir sind auch nicht in der ersten Klasse geflogen. Auf Formalitäten hat sie nicht viel Wert gelegt, manchmal haben wir sie einfach salopp ‚Chefin’ genannt“, berichtet er verschmitzt. In Rom angekommen wurde die Gruppe von der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, Annette Schavan, begrüßt und hatte Gelegenheit zu einer kleinen Stadtbesichtigung. Am Abend war die Gruppe dann zusammen mit vielen Offiziellen und Funktionären aus Kirche und Politik zu einem Empfang in der Botschaft eingeladen. „Am nächsten Morgen wurden wir dann vom Hotel mit Staatskarossen und Fähnchen und mit einer Polizei-Eskorte zum apostolischen Palast gebracht, und das, obwohl die Fahrt um den Block nur fünf Minuten dauerte“, erzählt Rybak schmunzelnd. Nach einer kurzen Einweisung in die Protokolle wurde die Gruppe durch den Palast bis zur Bibliothek geführt. „Das waren lange Gänge durch riesige prunkvoll eingerichtete Säle mit hohen Decken, Gemälden und Antiquitäten. Eigentlich genau so, wie man es sich vorstellt“, schildert Rybak.

In der Bibliothek angekommen, wurde die Reihenfolge festgelegt, wie die Personen von Papst Franziskus begrüßt werden sollten. „Die Ministerpräsidentin kam zuerst dran. Für sie war etwa eine halbe Stunde eingeplant. Normalerweise erfolgt die Reihenfolge dann nach der Hie­rarchie der Ämter, aber da wir diese als bürgerliche Delegation nicht vorweisen konnten, sollten wir je nach Alter hinzukommen.“ Diese Regelung soll Streitigkeiten vorbeugen. „Papst Franziskus hat aber viele Protokolle gelockert. So brauchen die Frauen keine Kopfbedeckung mehr, und auch das Küssen des Rings geschieht nur noch auf Wunsch.“ Dann ging alles ganz schnell. „Die Ministerpräsidentin stellte uns der Reihe nach vor. Als ich als drittes an die Reihe kam, schüttelte der Papst mir die Hand und sah mich mit freundlichem Blick an. Ich überreichte ihm als Geschenk ein Halstuch als Symbol für die Pfadfinder. Er bedankte sich und versprach, der Pfadfinderarbeit seinen Segen zu geben. Fotografieren durften wir nicht, aber es war ein offizieller Fotograf anwesend, der alles mit seiner Kamera festhielt. Schließlich überreichte der Papst jedem noch einen Rosenkranz, und schon war alles wie im Flug vergangen.“ Nach einer Führung durch den Petersdom trat die Gruppe auch schon die Heimreise an. „Dem Papst zu begegnen, war für mich eine tiefgehende und sehr berührende Erfahrung.“ Nun muss Martin Rybak das alles erst einmal „sacken lassen“. „Erst Ende Mai hatte ich das Glück, beim Kirchentag in Berlin Angela Merkel und den ehemaligen US-Präsidenten Barak Obama zu treffen und ihnen die Hand zu schütteln. Und jetzt auch noch dem Papst. Manchmal glaube ich, alles nur geträumt zu haben. Aber dann gibt es zum Glück ja die Fotos, die ich unter photovat.com ansehen kann.“

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