Ein Ehepaar aus dem Saarland erobert die Welt

Oft sind sie monatelang unterwegs : Erst die Mongolei, jetzt Skandinavien

In einem umgebauten Feuerwehrfahrzeug erobern Heike und Markus Walter aus Friedrichsthal-Bildstock die Welt.

Sie haben es wieder getan. Und sie haben es auch diesmal nicht eine Sekunde bereut. Vor zwei Jahren noch über Monate durch Zentralasien bis in die Mongolei unterwegs, sind Heike und Markus Walter nun wieder zurück aus Skandinavien. Schweden, Norwegen, Finnland -  diese Länder haben sie sehr ausgiebig erkundet.

Dorthin gebracht hat das in Friedrichsthal-Bildstock lebende Ehepaar  ein umgebautes Feuerwehrfahrzeug, 33 Jahre alt, aus dem  hessischen Bürstadt. Markus Walter, ein erfahrener Autoschrauber, hat es   in eineinhalb Jahren auf die Bedürfnisse einer fürs Material nicht ganz unproblematischen Reise zugeschnitten. Der Wohn- und Schlaf-Aufbau blieb, allerdings wurde das Fahrgestell getauscht. „Nach der Mongolei-Reise hat sich das aufgedrängt“, sagt der frühere Software-Entwickler. Das  alte Fernreisemobil, das aus einem  dänischen Militärfahrzeug hervorging,  hatte am Ende ein zu großes Gewicht auf die Waage gebracht, wodurch sich einige nervtötende Reparaturen auf schwierigen, weil unbefestigten Pisten einstellten.

Seit Anfang 2000 sind die Walters in der Welt unterwegs, anfangs noch mit einem Geländewagen und nun mit diesem beeindruckenden Monstrum, das alles an Bord hat, was man braucht weit weg von Zuhause. Und warum wählten die Beiden Herbst und Winter, um sich im Norden umzutun? „Wegen der Polarlichter“, erklärt der 47-Jährige, „die wollten wir unbedingt sehen.“  Die seien auch der absolute Höhepunkt der Tour gewesen.  „Man kann das fotografisch kaum wiedergeben“, fügt er noch hinzu. „Wen das kalt lässt, bei dem kann etwas im Kopf nicht stimmen“, versucht der Globetrotter die Dimension dessen zu beschreiben, was sich da am Himmel abspielt. Nicht nur einmal haben er und seine Frau das Naturschauspiel  miterlebt, sondern gleich mehrmals in allen drei Ländern. Überhaupt: diese Natur, die Polarnächte, die Rentiere und Elche. Wobei die letztgenannten Tiere, so die Walters,  wegen der Unfallhäufigkeit ein Riesenthema im Straßenverkehr seien.

Was das Ehepaar allerdings ein wenig traurig stimmte, das  war der  sehr reduzierte Kontakt zu den Einheimischen.   „Sie sind verschlossen und zurückhaltend - so wie wir“, stellt der zweifache Familienvater fest. Es war dies für sie das absolute Kontrastprogramm zu ihrer Fahrt  vor zwei Jahren durch Zentralasien. Mit Menschen, die beispielsweise  im Iran mit ungewohnter Freundlichkeit, mit überwältigender Anteilnahme und Gastfreundschaft für so manches Aha-Erlebnis  bei den Saarländern sorgten. Und dann erfahren wir noch, dass es ein „Touri-Nordkap“ gibt und das echte Nordkap als der nördlichste  Festlandpunkt Europas.  Die Touri-Variante habe man kurzerhand  auf eine verkehrsgünstig gelegene Insel verlegt

Und nun? Schwirren den beiden Weltreisenden schon die Pläne für die zweite Mongolei-Tour im kommenden Jahr im Kopf herum. Diesmal jedoch auf einer ganz anderen, aber sicherlich wieder spannenden Route. Weil es natürlich auch da noch so viel zu sehen und zu erleben gibt.

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