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72:59-Erfolg gegen TuS Herrensohr
„Edu“ führt den TBS zum Derby-Sieg

Saarbrückens Edouard Papa Diouf (links), hier im Duell mit Herrensohrs Hamza Alshawa, war im Stadtderby in der Mügelsberghalle der überragende Spieler auf dem Parkett. Der TBS-Center erzielte 27 Punkte.
Saarbrückens Edouard Papa Diouf (links), hier im Duell mit Herrensohrs Hamza Alshawa, war im Stadtderby in der Mügelsberghalle der überragende Spieler auf dem Parkett. Der TBS-Center erzielte 27 Punkte. FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken. Basketball-Oberligist Saarbrücken hat das Lokalduell gegen den TuS Herrensohr mit 72:59 gewonnen und einen großen Schritt Richtung Ligaverbleib gemacht. Erfreulich aus Gastgeber-Sicht war auch die Rückkehr von Spielertrainer Addae. Von David Benedyczuk

Die Fans der Gäste  waren im Saarbrücker Stadtderby in der Basketball-Oberliga klar in der Überzahl. Immer wieder trieben sie den TuS Herrensohr in der Mügelsberghalle lautstark nach vorne. Sie standen wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft. Doch an der Fleisch gewordenen Wand auf dem Spielfeld gab es für die Spieler des Tabellendritten am vergangenen Sonntag kaum ein Vorbeikommen: Edouard „Edu“ Papa Diouf vom TBS Saarbrücken avancierte für die Gastgeber zum Turm in der Derby-Schlacht. Der Zwei-Meter-Hüne dominierte offensiv wie defensiv die Bretter. Der Center sammelte Rebounds, punktete und blockte fast nach Belieben. Diouf war der überragende Spieler beim 72:59 (41:33)-Sieg des Aufsteigers, zu dem der gebürtige Senegalese 27 Zähler beisteuerte.


„Edu war bärenstark, konnte seine Physis unterm Korb gut einbringen. Wenn einer zehn Zentimeter größer und 15 Kilogramm schwerer ist, hat man es halt schwer“, räumte Herrensohrs Spieler Michael Klein ein. Er kennt Diouf aus gemeinsamen Tagen bei den Baskets 98 Völklingen bestens. Auch Klein, mit 1,96 Meter nicht gerade kleingewachsen, fand gegen den TBS-Center kein Mittel. Er sagte: „Ich habe es versucht, bin aber mangels Training im Moment körperlich kaum in der Lage, da was auszurichten – und Edouard war auch einfach gut.“

Die Saarbrücker Spieler wussten, bei wem sie sich bedanken mussten. „Papa Edu konnte keiner stoppen. Er hat überragend gespielt“, sagte TBS-Akteur Arafat Tebonou. Schon im ersten Viertel glänzte Diouf mit elf Punkten. Während der TBS Saarbrücken hochmotiviert begann, kamen die Herrensohrer trotz nimmermüder Anfeuerung der eigenen Anhänger unter den 150 Zuschauern nie so richtig auf Touren. Phi­lipp Spengler hielt die Gäste anfangs im Spiel. Er erzielte zwölf seiner 15 Zähler im ersten Abschnitt –  darunter ein Dreier mit der Schluss-Sirene zum Ende des ersten Viertels zum 19:24. Die TuS-Fans bejubelten diese Szene euphorisch.

Die Aufbruchstimmung sollte rasch wieder abkühlen – weil im zweiten Viertel ein Rückkehrer in den Fokus rückte: TBS-Spielertrainer Fred Addae hatte am 5. November beim 74:95 an gleicher Stelle gegen Spitzenreiter BBC Montabaur letztmals gespielt. Danach musste er 91 Tage krank pausieren. Im Derby reichten ihm am Sonntag 138 Sekunden, um seinen Wert für den Aufsteiger zu zeigen: vier Distanzwürfe, alle vier saßen. „Master Fred“ erhöhte mit elf Punkten in Folge von 24:21 auf 35:21 und sorgte so für das vorentscheidende Punktepolster. Den Rest erledigten Diouf und die starke Abwehr der Saarbrücker, die den TuS Herrensohr nicht mehr richtig herankommen ließ.

„Wir haben das Spiel in der Defensive gewonnen. Da waren wir als Mannschaft sehr gut. Jeder hat für den anderen gekämpft. Damit brennt für uns nach unten hin in der Tabelle hoffentlich nichts mehr an“, sagte Tebonou. Dank des siebten Saisonsiegs und der 57:69-Niederlage von Schlusslicht TuS Treis-Karden gegen die SG Roden-Dillingen II liegt der TBS Saarbrücken fünf Partien vor Saisonende sechs Punkte vor dem wohl einzigen Abstiegsplatz.



„Das war ein sehr wichtiger Sieg. In Sachen Klassenverbleib sieht es nun gut aus“, sagte Addae. Er ergänzte: „In der zweiten Hälfte habe ich deutlich gemerkt, dass mir nach der krankheitsbedingten Pause die Luft fehlt. Die Jungs waren aber topmotiviert und wussten, was sie heute leisten müssen.“ Und der TBS-Spielertrainer meinte mit Blick auf seine 138-Sekunden-Gala augenzwinkernd: „Wenn man nicht mehr laufen kann, muss man eben schießen.“ Addae spielt mit seiner Mannschaft am Samstag um 16 Uhr bei Spitzenreiter Montabaur. Herrensohr erwartet am Sonntag um 17 Uhr im Sportzentrum Dudweiler den Zweiten Theresianum Mainz II.