Durchsuchungen wegen Rudi-Kappés-Stiftung

Kostenpflichtiger Inhalt: Ermittlungen wegen Untreueverdachts : Durchsuchungen wegen Rudi-Kappés-Stiftung

Die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten bei der Rudi-Kappés-Stiftung haben nun die Staatsanwaltschaft massiv auf den Plan gerufen. Am Donnerstag kam es zu Durchsuchungen.

Auf richterliche Anordnung erschienen Polizisten in den den Privat- und Büroräumen des früheren Stiftungs-Chefs Michael Arnold und seiner Ehefrau in Saarbrücken und Kirkel. Außerdem besuchten die Fahnder eine Pension.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Untreue gegen die Eheleute. Arnold, früher Top-Manager der Baumarktkette Praktiker und Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken, war langjährig Stiftungsvorstand. Seine Frau gehörte 2015 ebenfalls der Führung an. Das Paar soll mindestens 115 000 Euro an Stiftungsgeldern zweckwidrig ausgegeben haben (wir berichteten).

Es geht um Barabhebungen von den Konten der Stiftung und Essensrechnungen, die mit einer Kreditkarte der gemeinnützigen Organisation bezahlt wurden. Weiterhin bestehe der Verdacht, dass mit Stiftungsgeldern persönliche Rechnungen beglichen worden seien, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Arnold gründete 2004 die Stiftung mit. Benannt wurde sie nach Rudi Kappés, einem im Saarland populären Fußballer, der im Jahr zuvor mit seiner Tochter verunglückt war. Die Stiftung half behinderten und in Not geratenen Menschen. Sammelte Spenden, veranstaltete Benefizspiele – wie 2007 für Philipp Wunn, ein Fußballtalent, das seine Eltern verloren hatte. Nach SZ-Informationen soll nur ein Teil des Erlöses von 6000 Euro bei dem heute 21-Jährigen angekommen sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Verdacht.

Ende 2012 soll es erstmals zu Unregelmäßigkeiten bei der Kappés-Stiftung gekommen, ihr Geld nach weniger als zwei Jahren aufgebraucht gewesen sein. Das berichtete im Juli der Rechtsanwalt Franz Abel, der dem Stiftungsrat angehört, einem Kontrollgremium. Nach eigenen Angaben bemüht sich Abel seit 2016 darum, „möglichst viel von dem Vermögen der Stiftung zurückzubekommen“. Ihm zufolge sollen Michael Arnold und seine Frau notarielle Schuldanerkenntnisse über 150 000 Euro unterzeichnet haben.

Auch für Abels Kanzlei in St. Ingbert lag ein Durchsuchungsbeschluss vor. Doch der wurde laut Staatsanwaltschaft nicht vollstreckt. Beweismittel seien freiwillig und kooperativ herausgegeben worden, hieß es.

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