Willkommen – zur Mülltrennung

In der Flüchtlingsunterkunft in der Albertstraße war jüngst der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb zugange. Es ging ums Thema Abfälle und Wertstoffe. Und wie das Ganze hierzulande organisiert ist.

Informationsbroschüren haben es oft an sich, dass sie ungelesen in die Tonne fliegen - tunlichst in die blaue Tonne. Doch dazu später.

Es war ein fröhlich-freundliches, zugleich informatives "Happening" dieser Tage in Dudweiler . Da gab's auf Einladung des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE) Kaffee, Tee und Knabbereien im Innenhof der Flüchtlingsunterkunft in der Albertstraße. Drei alteingesessene Ehepaare aus der Nachbarschaft schauten auch vorbei. Sie versicherten, dass sie bis dato keinerlei Beschwerden hätten über die 46 Neubürger, die in Wohnungen in Schlichtbauweise untergebracht sind. Vornehmlich sind dies junge Männer, die sich in Erwartung der bisher einmaligen ZKE-Veranstaltung um Mitarbeiterin Judith Pirrot versammelten. Sie hatte all die Müllgefäße mitgebracht, die für die Bürger relevant sind. Und dazu die gelben Säcke.

Nun weiß man ja nicht, wie viele Saarländer das Thema Mülltrennung wirklich beherrschen, doch hier ging's um die Flüchtlinge , die auch alles richtig machen sollen, nachdem sie sich in ihrer neuen Heimat halbwegs eingelebt haben.

,,Erschd emòòl: Mir sinn Deutsche. Was mir gesaat krien, das mache mir." Mit diesen nicht ganz ernst gemeinten Worten - in Hinblick auf das Streben nach einer sauberen Umwelt - betätigte sich ein Anwohner gewissermaßen als Eisbrecher. Ebenso sein 80-jähriger Nachbar, ein aus Italien stammender Dudweilerer. Mit kernigen Sprüchen und einem herzhaften "Salam Aleikum" integrierte er sich gleich bei den Jungs, die vornehmlich aus Eritrea und Syrien stammen.

Viele von ihnen hatten wenig Mühe, Pirrots Ausführungen zu folgen, weil sie schon erstaunlich gut Deutsch sprechen und verstehen. Ansonsten standen ihnen die Dolmetscher Jamila Abraha und Anas Abukhadijah zur Seite. Und Saida Abadar-Azouagh, die beim Amt für soziale Angelegenheiten der Landeshauptstadt arbeitet und für die Betreuung von Flüchtlingen zuständig ist. Sie hatte auch die Idee, das Thema Mülltrennung in der Praxis zu vermitteln. Sie freute sich im Übrigen, dass einige Menschen zur Freiluft-Veranstaltung kamen, die sie schon in der Übergangsunterkunft in den ehemaligen Burbacher AW-Hallen begleitet hatte und die in Dudweiler , jenseits der Albertstraße, ein neues Zuhause gefunden haben.

Dann ging's zur Sache: Übungsstunde mit Teebeutel , Pappe, Aufschnitt-Verpackung und Plastikflasche. Alles kein Problem nach gründlicher Einführung ins Thema. So flog, unter heiterem Applaus, auch ein gerade geleerter Pappbecher ins blaue Gefäß.

Und dann die Frage aus dem Publikum, die sich auch manchem Saarländer stellt: Was tun, wenn man in einem Hochhaus wohnt und es dort keine Orange-Wertstofftonne oder kein Abfallgefäß fürs Papier gibt? Beim Thema Müll steckt der Teufel im Detail. Und einiges ist auch nicht ganz nachvollziehbar. Etwa die Kuriosität, dass Hartplastik in die Orange-Tonne gehört und weiches Plastik in den gelben Sack.

Am Ende war Judith Pirrot gewiss, dass die Open-Air-Veranstaltung eine prima Sache war. Wobei die Flüchtlinge ihr tatkräftig beim Aufräumen halfen. Nach zweieinhalb Stunden gab's dann für alle noch eine Info-Broschüre in mehreren Sprachen - zum Aufbewahren.