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Tierquäler
Wer hat Kater Mogli misshandelt?

Der verletzte Mogli auf dem Arm seines Frauchens. Foto: Privat
Der verletzte Mogli auf dem Arm seines Frauchens. Foto: Privat FOTO: Privat
Herrensohr. Vermutlich ein Tierquäler hat es auf einen Vierbeiner in Herrensohr abgesehen. Die Augen des Tieres bekamen eine ätzende Flüssigkeit ab. Stefan Bohlander

Das war ein Schock, als Familie Couck ihren Kater Mogli am Sonntag sah: Der Freigänger wurde offensichtlich misshandelt. Der hübsche rote Kater mit dem zutraulichen Gesicht kam mit rot gefärbten Augen, die er kaum noch öffnen konnte, zurück ins Haus nach Herrensohr. "Seine Nase war komplett dicht, er hat nur geniest", erinnert sich Stefanie Couck. Schnell fuhr man den Kater in die Tierklinik Elversberg.


Da die spezialisierte Augenärztin nicht da war und man Mogli schnell verarzten musste, konnte man leider nicht feststellen, welche Substanz in seine Augen mutmaßlich gesprüht wurde. "Pfefferspray oder eine ähnlich ätzende Substanz" schätzen die Coucks. Der Freigänger sei ein ganz lieber Kater, habe eine Katzenklappe und halte sich normalerweise in der näheren Umgebung ihres Anwesens in der Karlstraße auf. "Das ist doch Tierquälerei", sagt Stefanie Couck.

Nach Gesprächen mit Nachbarn äußerten diese sogar einen Verdacht, den sie der Familie jedoch nicht weiter erläutern wollten. Auch würden im Umfeld öfter Katzen verschwinden, wie man der besorgten Familie mitteilte, die seit etwa zwei Jahren dort wohnt. Bei der Polizei-Inspektion Sulzbach, die auch für Dudweiler zuständig ist, hat die SZ deswegen nachgehorcht. "Uns ist aktuell darüber nichts bekannt", erklärte Dienstgruppenleiter Christian Karlowitz. Er versprach aber, zu recherchieren.



Kater Mogli geht es mittlerweile wieder gut. Das rechte Auge tränt noch ein wenig, aber es wird wohl nichts zurückbleiben. Er bekommt fünfmal am Tag ein spezielles Gel und dreimal täglich Augentropfen. "Begeistert ist er nicht davon", erzählt das Herrchen.

Mogli war ein Fundkater, der womöglich ausgesetzt wurde - man fand ihn seinerzeit kurz nach den Osterferien. Die Familie hängte damals auch Plakate aus, es meldete sich jedoch niemand.

Ganz im Gegensatz dazu war jetzt die Reaktion im sozialen Netzwerk Facebook riesig. Nachdem Michael Couck einen Aufruf nach Hinweisen in einer Gruppe gestartet hatte, wurde der Beitrag fast 7000-mal geteilt. Mehr als 1500 Kommentare auf den Beitrag und mehr als 2100 Reaktionen zeugen von einer außergewöhnlichen Anteilnahme. "Warum das so große Wellen geschlagen hat, weiß ich auch nicht", so Stefanie Couck, "das ist schon irre".

Neben nicht zitierfähigen Aufrufen zur Selbstjustiz meldeten sich jedoch auch viele, die der Fellnase eine gute Besserung wünschten oder etwas Ähnliches erlebt hatten. Eine Leserin postete, dass ihrer Katze ein Bauzaun durch den Leib gestochen wurde. Eine andere schreibt: "Furchtbar, ich habe auch eine süße Katze und habe auch immer Angst, dass so kranke Menschen ihr wehtun."

Wieder ein anderer teilt mit: "Ich bin zutiefst erschüttert, wenn ich dieses Foto sehe. Wie kann jemand einem Tier so etwas antun? Jeder, der ein wenig von Katzen versteht, muss wissen, dass so etwas für die feine Nase und die scharfen Augen einer Samtpfote eine Tortur darstellt." Obwohl es vermutlich nichts bringt, überlegen die Coucks, eine Anzeige gegen Unbekannt aufzugeben. Gleichzeitig setzen sie eine Belohnung von 100 Euro für Hinweise aus. Wer brauchbare Infos hat, kann sich bei Michael Couck melden, Telefon (0173) 648 85 51.