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Hund nach sechs Stunden aus Rohr gerettet
Welpe Charly ist wieder quicklebendig

Dem kleinen Welpen Charly geht es wieder gut. Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks hatten stundenlang um das Leben der Hündin gekämpft, nachdem sie in einem Rohr eines Bunkers feststeckte.
Dem kleinen Welpen Charly geht es wieder gut. Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks hatten stundenlang um das Leben der Hündin gekämpft, nachdem sie in einem Rohr eines Bunkers feststeckte. FOTO: Nicola Ghallet/SZ / Nicola Ghallet
Dudweiler. Sie steckte acht Meter tief unter der Erde in einem Rohr in Dudweiler fest: Mischlingshündin hat das Erlebnis offenbar gut weggesteckt. Von Marcus Kalmes

„Charly geht es wunderbar. Als wäre nichts gewesen. Sie ist quicklebendig und tollt mit den Anderen herum.“ Nicola Ghallats Stimme klingt am Montag überglücklich. Dabei ist sie ziemlich müde. Sie hat die Aufregung nicht so locker weggesteckt, hat nicht gut geschlafen. „So viele Einsatzkräfte bei sich zuhause“ sei man ja nicht gewohnt. Nicola Ghallat hat mit ihrem kleinen Vierbeiner Charly einen turbulenten Sonntag hinter sich.


Die sechs Wochen alte schwarze Hündin verbrachte mehr als sechs Stunden in etwa acht Metern Tiefe unter der Erde (wir berichteten). Die Mischlingshündin war beim Spielen mit ihren fünf Geschwisterchen und Mama Bella im Garten plötzlich verschwunden. „Wir dachten, sie wäre in den Nachbargarten entwischt und suchten sie“, erzählt Ghallat: „Erst als Bella neben das Rohr gemiefert hat, haben wir das Loch gesehen.“ Das hat einen Durchmesser von etwa 20 Zentimetern. Es ist ein nicht gesichertes Abluftrohr eines Bunkers, dessen Eingang in der St. Ingberter Straße in Dudweiler liegt. Charly war hineingefallen.

„Ich war geschockt und konnte erst nichts machen“, berichtet Ghallat, die zunächst dachte, ihren kleinen Vierbeiner mit der Hand aus dem Rohr holen zu können. Als klar war, dass der Hund tief in dem Rohr feststeckt, rief sie die Feuerwehr. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Dudweiler kämpften mit Unterstützung der Berufsfeuerwehr Saarbrücken und des Technischen Hilfswerks (THW) Saarbrücken sechs Stunden lang um Charlys Leben. Sie gaben den Hund nicht auf, obwohl er zeitweise keine Laute mehr von sich gab. Nach Stunden des Bangens war der kleine Vierbeiner im Gewirr der Versorgungsrohre, für die es nur uralte Pläne gab, lokalisiert. Charly konnte vom Bunker aus unter dem Garten gerettet werden. Die Einsatzkräfte schnitten das Rohr von unten ab und buddelten sich etwa einen Meter nach oben zu dem Vierbeiner.

Am Tag nach der spektakulären Rettungsaktion, an der 24 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW beteiligt waren, schaute sich ein Mitarbeiter des Amts für Brand und Zivilschutz den Garten in der St. Ingberter Straße über dem Bunker an. Nicola Ghallat wohnt noch nicht so lang in dem Anwesen. Daher wusste sie nichts von den Rohren. „Es wurden drei Löcher gefunden“, berichtet sie: „Diese sollen nun verschlossen werden.“ Eine gute Nachricht also für Charly und seine fünf Geschwister, die alle ein Zuhause suchen. Ihre Mama Bella hatte im Urlaub eine Hundeaffäre. Die Welpen waren also nicht geplant, erzählt ihr Frauchen. Weitere gute Nachricht für Charly und Co.: Ein Feuerwehrmann und ein THW-Helfer haben Interesse, einen Welpen aufzunehmen.