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Rassegeflügel: Weit mehr als ein Hobby, eine Leidenschaft

Rassegeflügel : Weit mehr als ein Hobby, eine Leidenschaft

Die Taubenzüchter vom Rassegeflügel-Zuchtverein Dudweiler 1895 schwärmen bei der Lokalschau von ihrer Leidenschaft.

„Das ist eine Leidenschaft, die steckt tief in den Menschen drin“, sagt Wolfgang Hartmann. Der Taubenzüchter vom Rassegeflügel-Zuchtverein Dudweiler von 1895 schwärmt voller Begeisterung von seinen Tieren.

Bei der Lokalschau 2017 in der Halle des TuS Herrensohr erzählt er im Gespräch mit der SZ, was das Faszinierende am Taubenzüchten ist. „Jeder 100. Mann wird Taubenzüchter“, meint Hartmann. Es sei ein bisschen wie eine Droge: Man könne, fängt man einmal damit an, nicht aufhören.

Wert legt der Züchter auf den Umstand, dass es um reine Taubenzucht geht. Das habe mit dem Brieftaubenzüchten nichts zu tun. Beim Taubenzüchten wird gemessen, wie lange und wie hoch das Tier über dem Taubenschlag fliegt. All das sei messbar. 1000 Taubenrassen gibt es in Deutschland, so Wolfgang Hartmann. Immerhin 400 mehr als bei Hunden.

Hartmanns Leidenschaft gilt den Hochfliegern. Er züchtet seit seinem zwölften Lebensjahr. Russische Rassen sind sein Schwerpunkt. Aber es sind schon auch mal Tiere aus Kroatien oder Tirol dabei.

Der Taubenzucht-Virus hat auch  Hartmanns Sohn Stefan „angesteckt“. Der ist nicht nur Züchter, sondern hat gar eine eigene Kreation geschaffen: den Saarlandtümmler. Ein Tier, welches als Schutz vor dem Habicht eher tief statt hoch fliegt. Auch die dunkle Farbe sorgt dafür, dass er nicht so schnell vom Ranghöheren gefunden werden kann. Die Saarlandtümmler gebe es erst seit zwölf Jahren. Und sie dürfen nur hier in der Region gezüchtet werden. Das hat Stefan Hartmann so festgelegt, erklärt sein Vater.

In der Lokalschau in Herrensohr wurden am Wochenende an zwei Tagen 70 Tiere von sieben Ausstellern ausgestellt. „Wir sind einer der ältesten Vereine von Dudweiler und hatten nach dem Krieg schon mal 200 Mitglieder“, berichtet Thomas Braun. Heute sind es nur noch 16, so der 1.  Vorsitzende. „Das war früher mehr. Ganz klar“, so Braun. Die Zucht von Hühnern, Tauben und Gänsen liege nicht mehr im Trend. Dafür habe man eine vergleichsweise junge Altersstruktur. Philipp Tornes, das jüngste Mitglied, ist erst neun Jahre alt.

Der Verein arbeite Service-orientiert, so Braun. Mitgliedern biete man beispielsweise Impfstoff für die Hühner zu weitaus günstigeren Konditionen an. Da könne ein einzelner Züchter nicht mithalten. „Bei unseren Treffen geht es locker zu. Wir helfen bei der Anschaffung von Tieren“, sagt Thomas Braun.

Nicht jede Rasse passe zu jedem Züchter. Statt Fachbücher zu kaufen, empfiehlt er, lieber die Treffen zu besuchen. Das beuge Fehlanschaffungen vor. Hühnerzucht laufe heutzutage wesentlich komfortabler ab: Über das Smartphone lasse  sich viel per Webcam steuern, damit man auch im Urlaub sehen kann, ob es im Stall mit rechten Dingen zugehe. Wasser- und Futterversorgung und das Öffnen/Schließen der Türen lasse sich automatisieren, erklärte der Vereinschef. Momentan sei ein Trend zu beobachten: Grüne Eier. Und die Leute wollen sehen, wo die Eier herstammen. Deshalb züchten sie lieber selbst.

Wer Interesse hat, kann am 1. Freitag im Monat um 19.30 Uhr ins Lokal der TuS-Halle kommen.