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Vorfreude aufs neue Haus für die Kinder

Vorfreude aufs neue Haus für die Kinder

Lange wurde geplant, und nun wird das Projekt verwirklicht. Mit einem 1. Spatenstich sind am Dienstag die Bauarbeiten an der Kirche St. Bonifatius gestartet. Im Oktober des kommenden Jahres soll alles fertig sein.

Zwei kleine Menschenkinder bekamen vom wichtigen Termin überhaupt nichts mit: die Säuglinge, die mit ihren Müttern gestern, zum ersten feierlichen Spatenstich, in der ehemaligen katholischen Kirche St. Bonifatius in ihren Kinderwägelchen den Schlaf des Gerechten schliefen. Gut möglich jedoch, dass auch sie in wenigen Jahren hellwach Einzug halten im neuen Kindergarten, der gerade im Gemäuer des Gotteshauses erwächst.

Es war mächtig was los, als Pastor René Unkelbach zum Ortstermin bat. Jungen und Mädchen der katholischen Kindergärten St. Bonifatius und St. Marien waren da, Eltern und Erzieherinnen, Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon, die Regionalverbandsbeigeordnete Dagmar Trenz, Oberbürgermeisterin Charlotte Britz , der neue Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz, Handwerker und Architekten, Kirchenvertreter und andere mehr.

Commerçon, Trenz und Britz , die am Ausbau von Krippenplätzen oder, wie das Land, an der Finanzierung des neuen Hauses beteiligt sind, brachten zum Ausdruck, dass es gut angelegtes Geld sei, das Bistum und Kirchengemeinde hier verbauen. Seelsorger Unkelbach rief derweil in Erinnerung, dass hinter der Gemeinde ,,eine sehr spezielle Zeit" liege. Denn im Dezember fand die Zeremonie zur Profanierung (Entweihung) des Gotteshauses statt, was viele Gläubige sehr traurig machte. Eine Profanierung geht vonstatten, wenn eine Kirche ihrem eigentlichen Zweck künftig nicht mehr dient. Nun aber, so Unkelbach, werde dem Gebäude neues Leben eingehaucht, und heute bekomme man davon schon eine Ahnung.

Wie wahr, denn die Umbauarbeiten haben bereits begonnen, eine Wand wurde großflächig aufgebrochen, andere vorbereitende Maßnahmen in Angriff genommen. Noch immer aber hängst das mächtige schlichte Kreuz im Altarraum, auch der schwere Altar ist noch dort, wo er immer gestanden hat.

In die Feierlichkeiten waren auch die Kinder mit einbezogen. Sie tanzten und sangen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen ein fröhliches Lied, das vom Aufbruch kündete. Und brachten somit eine schöne Stimmung ins noch schmucklose Gemäuer. ,,Ich bin mir sicher, der liebe Gott hätte das auch so gewollt", sagte OB Britz hinsichtlich der baulichen Umnutzung zu den Jungen und Mädchen, ,,denn Kinder bringen Leben und Bewegung".

Im Gespräch mit der SZ erklärte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Philipp Herrlinger, dass aller Voraussicht nach die Bauarbeiten bis Oktober kommenden Jahres beendet sind. Dann werden hier nicht nur drei Kindergarten-Gruppen, sondern auch Krippenplätze vorhanden sein. Hinzu gesellt sich ein Multifunktionsraum, der Gottesdienste und andere Veranstaltungen ermöglichen soll. Die beiden bestehenden, sanierungsbedürftigen Kindergärten werden aufgegeben.

Wegen der guten Verkehrsanbindung, der Parkmöglichkeiten und der Nähe zum Wald ist St. Bonifatius für das neue Projekt auserkoren worden, wie Pastor Unkelbach im April 2013 den Mitgliedern des Bezirksrats erklärte. Dort soll auch ein schönes Spielgelände im Außenbereich entstehen, auf dass sich die Kleinen rundum wohlfühlen mögen. Die Baukosten insgesamt belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro.