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Brand in Dudweiler
Verletzte bei Brand in Obdachlosenunterkunft

Unbrauchbar gewordenes Mobiliar wurde aus einem Fenster geworfen.
Unbrauchbar gewordenes Mobiliar wurde aus einem Fenster geworfen. FOTO: BeckerBredel
Dudweiler. Flammen und Rauch machen Wohnungen unbewohnbar. Mitarbeiter des Sozialamtes und der Siedlungsgesellschaft vor Ort. Von Becker & Bredel

Dieses Feuer traf die ärmsten unter Saarbrückens Einwohnern. In einem Wohnhaus in der Fischbachtstraße, in dem vor allem Obdachlose und Bedürftige von der Stadt untergebracht werden, brach gestern im ersten Obergeschoss ein Feuer aus. Glücklicherweise ist das Haus in Sichtweite der Freiwilligen Feuerwehr, Hilfe war nach Minuten gewährleistet. Und zudem ist das Haus so gebaut, dass die Wohnungen über Außenbalkone erschlossen sind, der Rauch konnte sich nicht wie bei der Brandkatastrophe in der Saarbrücker Saaruferstraße am Jahresende über das Treppenhaus ausbreiten.


„Das war hier ein glücklicher Umstand“, so Benedikt Oster von der Einsatzleitung der Saarbrücker Berufsfeuerwehr. „Deswegen sind auch nicht alle Wohnungen unbewohnbar, der Rauch hat nur einen Teil der Wohnungen kontaminiert, obwohl die Rauchentwicklung sehr stark war“, so Oster weiter. Auch die Nähe zum Feuerwehrgerätehaus spielte hier natürlich eine glückliche Rolle.

Ein Zimmer brannte völlig aus. Im Erdgeschoss zerplatzten die Scheiben, das verkohlte Inventar schleppten Feuerwehrleute dann später ins Freie, an der Außenfassade hatten die Rauchschwaden braun-schwarze Spuren hinterlassen. „Wir konnten mit Fluchthauben alle Bewohner schnell retten“, sagte Benedikt Oster von der Einsatzleitung gestern weiter zur SZ.

Der Rettungsdienst übernahm die Betreuung vor Ort und kümmerte sich um zehn Menschen. „Zwei wurden ins Krankenhaus gebracht, darunter ein Feuerwehrmann mit Rauchgasvergiftung“, zog Günther Wilhelm Bilanz, der den Rettungsdienst-Einsatz leitete. Mehrere Rettungs- und Notarztwagen waren vor Ort, das Rote Kreuz untersuchte alle vom Brand Betroffenen an Ort und Stelle. Trotz Atemwegsproblemen lehnten einige die Hilfe ab. „Es ist ein schwieriges Klientel“, so die Retter, die dem einen oder anderen zu einer ärztlichen Abklärung vergeblich rieten.

Neben der Berufsfeuerwehr waren gestern in der Fischbachstraße die Freiwillige Feuerwehr Dudweiler mit acht Fahrzeugen und 40 Mann und die Feuerwehr Scheidt vor Ort. Die Freiwilligen Wehren Schafbrücke und St. Johann stellten Einsatzbereitschaft her. Die Stadt muss einige Bewohner ersatzweise unterbringen. Mitarbeiter des Sozialamtes und der Siedlungsgesellschaft kamen dazu direkt an die Einsatzstelle. Die Fischbachstraße war rund zwei Stunden voll gesperrt. Die Feuerwehr ließ nasses und verschmutztes Material mit einem Lastwagen wegfahren. Nach diesem Einsatz in Matsch und Regen gab es viel zu putzen. Auch das ist Feuerwehrarbeit.



Hier bringen Retter eine fahrbare Trage zum Einsatzort in der Fischbachstraße.
Hier bringen Retter eine fahrbare Trage zum Einsatzort in der Fischbachstraße. FOTO: BeckerBredel