Verkehr soll nur noch einspurig rollen

Sanierung : Verkehr soll nur noch einspurig rollen

Die marode Eisenbahnbrücke in der Dudweiler Fischbachstraße soll saniert werden. Jetzt gibt es Kritik an den Plänen.

In einer Anwohnerversammlung hat die Deutsche Bahn kürzlich über ihre Pläne informiert, die marode Eisenbahnbrücke in der Dudweiler Fischbachstraße durch einen Neubau zu ersetzen. Besonders eine Ankündigung stieß dabei auf große Kritik der Bürger. Die Stadt hat nach Angaben von Marco Henrichs (DB Netze) vor, die Fahrbahn unter der Brücke zu Gunsten breiterer Gehwege zu verengen. Für den Kfz-Verkehr soll die Eisenbahnunterführung künftig nur einspurig befahrbar sein. Den Wechsel der Fahrtrichtung soll eine Ampelanlage regeln. Ebenso wie die Anwohner zeigten sich jetzt auch die Fraktionen der SPD und CDU im Bauausschuss von dieser Verkehrsführung wenig begeistert. Sie befürchten dadurch massive Verkehrsbeeinträchtigungen nicht nur für die Anwohner, auch für die Zufahrt zu einem nahe liegenden Gewerbegebiet. Auch monieren die Fraktionen, dass die Verwaltung sie in ihre Überlegungen nicht einbezogen habe.

Auf Anfrage der SZ erläuterte die Stadtverwaltung nun die Gründe für ihre Planung. Die Straße unter der Brücke habe bisher nur 90 Zentimeter schmale "Schutzborde", das entspreche nicht den heutigen Mindestanforderungen für sichere Gehwege. "Dieser Mangel müsste aus unserer Sicht bei einem Neubau beseitigt werden", teilt Stadtsprecher Thomas Blug. Deshalb will die Stadt die Gehwege nun auf 2,06 Meter verbreitern und wahrscheinlich ebenfalls für Radfahrer freigeben, um so auch deren Sicherheit zu erhöhen. Da für die Fahrbahn dann nur noch 3,50 Meter Breite übrig bliebe, müsse der Verkehr dort einspurig geführt werden.

Um den Verkehr an dieser Stelle zu regeln, gibt es laut Stadt zwei Möglichkeiten: entweder durch eine beschilderte Vorrangregelung oder eben durch eine Ampelanlage, wie es auch in der Talstraße in Alt-Saarbrücken praktiziert wird. Die Talstraße werde von 6000 Kraftfahrzeugen täglich befahren, die Fischbachstraße nur von 5000. "Es würde zwar Einschränkungen des Verkehrsflusses kommen, aber die Lösung würde funktionieren", sagt Blug.

Die Stadt bevorzugt bislang diese Lösung, auch weil sie kostengünstig ist. Nach erster Kalkulation beläuft sie sich auf rund 80 000 Euro. Die Alternative bestünde in einer Verbreiterung der Durchfahrt. Das bedeutete aber, dass die Deutsche Bahn eine Brücke bauen müsste, die die größer als die bisherige ist. In diesem Fall aber müsste die Stadt aufgrund rechtlicher Bestimmungen durch das "Eisenbahnkreuzungsgesetz" einen Großteil der Baukosten mittragen. Die Stadt geht von einer halben Million Euro als zusätzlicher Belastung für den städtischen Haushalt aus.

Man könne die Kritik der Bürger nachvollziehen, sagt Blug. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz habe daher die Fachleute der Verwaltung beauftragt, nochmals mögliche Lösungen im Sinne aller Verkehrsteilnehmer zu prüfen und in Gespräche mit der Bahn einzusteigen, teilt Blug mit.