Umwelterziehung großgeschrieben

An der Grundschule Herrensohr bekommt der Naturschutzgedanke durch „Roll-up“ neue Kraft.

Über das eigene Handeln nachdenken und Bewusstsein schaffen - das sind die Ziele eines neuen Banners, das am vorigen Donnerstag in der Grundschule Herrensohr vorgestellt wurde. Das "Roll-up" genannte Werbemittel ziert in Kürze das Treppenhaus der Schule, hinzu kommt ein Ständer mit Postkarten. Auf beiden sind Piktogramme zu sehen, die den Schülern leicht verständlich erklären sollen, "wie man Energie im praktischen Alltag einsparen kann", wie es Claus Schrick ausdrückt.

Der Klimaschutzmanager der Landeshauptstadt Saarbrücken erklärte, dass das Grundprinzip des Roll-ups bei der virtuellen Klimawoche im November 2015 initiiert wurde.

Die acht Zeichen stehen unter anderem dafür, darauf zu achten, dass man den Müll nicht neben, sondern in einen Mülleimer wirft. Ein anderes mahnt dazu, richtig zu lüften - Stoßlüften sei korrekt. Wieder ein anderes weist darauf hin, dass man lieber Bus und Bahn benutzen oder aufs Fahrrad steigen solle, um die Umwelt zu entlasten.

Richtiges Verhalten, so der Klimamanager, könne dazu beitragen, 15 bis 20 Prozent der Energie einzusparen. Die Piktogramme seien bewusst nicht aufdringlich oder fordernd gestaltet worden, sondern sollen Einsicht vermitteln.

"Die Piktogramme haben einen großen Aufforderungscharakter", pflichtete die Leiterin der Schule, Elke Degen, bei. Kinder und Erwachsene würden dadurch ermuntert, ihr Handeln zu überdenken und ihr Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu verbessern. Umwelterziehung sei Teil einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, mit der Schülern Gestaltungskompetenz für die Zukunft vermittelt werden solle. "Die Schulgemeinschaft der Grundschule Jägersfreude/Herrensohr versteht Umweltschutz als Gemeinschaftsaufgabe", so die Leiterin. Man trenne täglich Müll, nehme regelmäßig an der Picobello-Aktion teil, und jede Klasse sei mit einer Raumklimastation ausgestattet, mit der man erkenne, ob man richtig lüftet. Zudem werden die Schüler der Klasse 3.1 Ende des Monats als Energiedetektive ausgebildet.

Beeindruckt von den Erzählungen, wie die Kinder bereits die Umwelt entlasten, zeigte sich Christian Bersin. Der Leiter des Amtes für Klima- und Umweltschutz war begeistert davon, dass der Nachwuchs bereits aktiv sei und beispielsweise das Wasser beim Zähneputzen abdrehe oder darauf achte, Kaugummis nicht unachtsam auszuspucken. "Die Kinder lernen, wie man mit Energie umgeht", so sein Resümee. Die Roll-ups "Gib 8 auf den Umweltschutz" und Postkartenständer sollen in Kürze in allen Grundschulen in Saarbrücken aufgestellt beziehungsweise angebracht werden.