Feuchte Eröffnung: Überschaubare Schar an Wasserratten

Feuchte Eröffnung : Überschaubare Schar an Wasserratten

Zur Saisoneröffnung finden sich im Dudweiler Freibad rund 60 Gäste ein. An Spitzentagen sind es bis zu 3000.

Ein Rugby-Ball segelt quer über das Baby-Becken, wird aufgefangen. Eine junge Frau macht es sich auf einer Schwimmmatratze gemütlich, lässt sich gedankenversunken über das Wasser im Nichtschwimmerbecken gleiten. Eine Gruppe Jugendlicher rutscht, spaßigen Lärm verursachend, durch die 60-Meter-Röhre und landet nacheinander im Schwimmerbecken, das Wasser spritzt fontänenartig in die Luft. Bei angenehmem Wetter öffnete das Dudweiler Freibad am Samstag seine Pforten.

Einer, der schon vom Start weg seine Dauerkarte für die komplette Saison kauft, ist Wolfgang Schmitz. Er wartet gerade auf seine Kumpels, die jeden Tag mit ihm schwimmen gehen. Bis das Vierer-Grüppchen eintrifft, fläzt er sich noch ein wenig am Beckenrand unterhalb der kaskadenartig abfallenden Betonwand am hinteren Ende der Fläche, Richtung St. Ingbert. „Was haben wir doch für eine schöne Anlage“, sagt er feststellend, während sein Blick das Gelände mit der großen Rasenfläche mustert.

Seit zwei Jahren ist er Ruheständler – und regelmäßiger Gast im Freibad. Ins Hallenbad geht er nicht so gerne, „wegen des Chlorgeruchs“, wie er erklärt. Der 67-Jährige aus Dudweiler kommt jeden Tag hierher, kurz vor Mittag. Dann bleibt er schon mal fünf, sechs Stunden hier, zieht seine Bahnen oder genießt auch einfach die Ruhe. Nur eines gefällt ihm nicht: Wenn das Bad im Herbst die Saison wieder beendet. Dann freut er sich schon wieder auf die neue Saison. „Das zieht sich aber immer so“, sagt er grinsend.

Beinahe schon traditionell war Wolfgang Backes – Vorsitzender des Fördervereins – der erste Besucher im Wasser, wie Betriebsleiter Dirk Anhaus erzählt. Rund 60 weitere Gäste finden sich bis zur Nachmittagszeit ein. Ein paar mehr hätten es sein dürfen, klingt im Gespräch durch. Aber es ist ja erst die Eröffnung, und die Wassertemperatur beträgt 21 Grad. Da ist also noch Luft nach oben. Vor dem Start in den Freiluft-Badespaß wurde die Filteranlage getauscht. „Die alte ist in die Jahre gekommen“, wie er erklärt.

Anhaus ist seit Mai 2016 Betriebsleiter, war seit 2008 in Fechingen und davor, ab 1996, schon einmal in Dudweiler. Er ist Mitglied des Prüfungsausschusses für Schwimmen und Ausbildungsleiter bei der die Bäder betreibenden Stadtwerke Saarbrücken Bäder GmbH. Da bekommt er hautnah mit, wie wenig Interesse derzeit an dem Beruf Schwimmmeister besteht. So seien fürs aktuelle Ausbildungsjahr nur vier Bewerbungen eingegangen. „Das ist schon traurig“, kommentiert er. Dabei biete der Job ja Karrieremöglichkeiten. Man könne beispielsweise Betriebsleiter, stellvertretender Betriebsleiter oder Bademanager werden.

Wie bei vielen Schichtdienst-Berufen seien jedoch die Dienstzeiten am Wochenende oder in die Abendstunden hinein wohl für viele wenig attraktiv. Hinzu kommt die Verantwortung. An einem Tag wie heute sei ja alles sehr übersichtlich, aber wenn an Spitzentagen rund 3000 Gäste da seien, sei man natürlich auch stärker in der Verantwortung. Er selbst mag an seinem Beruf, dass er viel mit Technik und Menschen zu tun habe.

Auch in diesem Jahr seien wieder einige Veranstaltungen geplant, beispielsweise ein Flohmarkt oder das beliebte Familienfest. Die Termine hierzu werden noch bekanntgegeben, so Betriebsleiter Dirk Anhaus weiter.

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