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TuS Herrensohr wird in wegen Corona beendeter Basketball-Oberliga Achter

Basketball-Oberliga : Freis gibt dem TuS Herrensohr das Ja-Wort

Der Basketball-Oberligist hat seinem Trainer viel Zeit zum Überlegen geben. Jetzt hat sich Michael Freis entschieden: Er verlängert um ein Jahr.

Der TuS Herrensohr hat sein Ziel knapp verpasst, beste saarländische Mannschaft in der Basketball-Oberliga zu werden. Dabei waren die Herrensohrer auf einem guten Weg. Trotz eines Horror-Starts und dem Überwintern als Tabellenvorletzter konnten sie sich bis auf Rang acht verbessern – punktgleich mit ihrem Stadtrivalen TBS Saarbrücken auf Platz sieben, der ein Spiel weniger absolviert hat. Dann legte die Corona-Pandemie den Spielbetrieb lahm. Schließlich entschied der Basketball-Verband Rheinland-Pfalz, die Saison abzubrechen. „Die Gesundheit der Spieler und Zuschauer stand für uns im Mittelpunkt. Eine Fortsetzung der Saison war für uns undenkbar“, betont Verbands-Vizepräsident Johann Ammon, der auch Spielleiter der Oberliga ist.

Die Tabelle vom 22. Spieltag ist der Endstand. Die unbesiegte DJK Nieder-Olm steht als Meister und Aufsteiger fest. Es wird keine Absteiger geben. „In der nächsten Saison wird die Oberliga um zwei zusätzliche Teams aus der Landesliga auf 14 Mannschaften aufgestockt. Im Jahr darauf gibt es dann mehr Absteiger, sodass wir wieder die normale Anzahl an Teams in der Oberliga haben“, erklärt Ammon. Die DJK Saarlouis-Roden/BBF Dillingen II hatte sich bereits zu Saisonbeginn aus der Oberliga abgemeldet.

Herrensohrs Trainer Michael Freis hat Verständnis für den Saisonabbruch. Mit Blick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Saisonabbruchs sieht er den TuS Herrensohr breit aufgestellt. „Der Verein sorgt dafür, dass es hier auch in Zukunft Basketball geben wird.“ Wie seine Zukunft aussieht, war lange ungeklärt. Freis war vor der Saison vom Landesligisten TV Kleinblittersdorf gekommen, hatte Martin Schmitt abgelöst. „Ich weiß noch nicht, ob ich bleibe. Der Verein gibt mir Zeit, um zu überlegen. Aber ich weiß auch, dass er Planungssicherheit braucht“, hatte er vor Kurzem gesagt. Am gestrigen Mittwoch erklärte er dann auf SZ-Nachfrage, dass er um ein Jahr verlängert hat.

Zum Abschneiden in der abgebrochenen Spielzeit sagt Freis: „Der achte Tabellenplatz ist für diesen Saisonverlauf in Ordnung.“ Aber die Platzierung spiegele nicht das Potential der Mannschaft wieder. „Wir könnten eins der besten Teams in der Oberliga sein. Aber es war eine Seuchensaison mit vielen Hochs und Tiefs. In den wichtigen Spielen haben uns immer wieder Leistungsträger aus privaten Gründen oder aufgrund von Verletzungen gefehlt. Und Papa Edouard Diouf konnte die Saison nicht verletzungsfrei bestreiten.“ Diouf, der vom TBS Saarbrücken gekommen war, laborierte an Rückenschmerzen und einer Sehnenverletzung am Finger. Michael Klein fehlte die gesamte Vorrunde wegen Knie- und Rückenbeschwerden. „Und der Weggang von Raghavan Sheeraman Ponpathirkoottam traf uns sehr“, sagt Freis. Ponpathirkoottam zog nach der vergangenen Saison aus beruflichen Gründen nach Berlin. Umso wichtiger war es, dass Nachwuchsspieler Verantwortung übernahmen. „Maxim Sokolov hat sich wunderbar entwickelt. Er hat einen super Job gemacht“, lobt Freis. Ein Grund für den schlechten Saisonstart war laut Freis die Systemumstellung. „Wir mussten flexibler werden. Das Team war zu berechenbar. Wir haben versucht, mehr von außen zu treffen“, erklärt der Trainer: „Die Mannschaft hat Zeit gebraucht, um die neue Spielweise zu verinnerlichen.“ Deswegen habe am Anfang nicht alles funktioniert.  Der Anfang der neuen Saison und damit der Start in die Vorbereitung ist aufgrund der Corona-Krise noch offen. „Die Spieler halten sich durch Laufen gehen und Gewichte stemmen fit“, berichtet Freis. Die Mannschaft warte sehnsüchtig, bis die Hallen wieder öffnen.