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Tief enttäuschte Kinder mit Laternchen

Tief enttäuschte Kinder mit Laternchen

400 Männer, Frauen und Kinder warteten in Dudweiler-Süd vergebens auf die Polizei, die den Martinsumzug begleiten sollte. Der Leiter der Inspektion Sulzbach erklärt, die Sache tue ihm sehr leid.

Große Aufregung in Dudweiler-Süd: Der Martinsumzug, der am 10. November, hätte stattfinden sollen, ist ausgefallen. Dies teilte unserer Zeitung unter anderem Jürgen Crauser mit. Der Dudweilerer wollte seine Enkeltöchter auf dem Zug, der an der Heilig-Geist-Kirche starten sollte, begleiten. Der Posaunenchor habe schön gespielt, die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte Dietrich-Bonhoeffer-Haus hätten eine tolle Version der Martinsgeschichte dargestellt, das Martinsfeuer habe sogar bereits gebrannt, doch - die Polizei erschien nicht, die eigentlich die Strecke hätte sichern sollen. Mehr als eine Stunde habe man gewartet, doch die Beamten seien nicht gekommen.

So sei Pfarrerin Marie-Luise Jaske-Steinkamp nichts anderes übrig geblieben, als darum zu bitten, Verständnis zu zeigen und in der Kirche zu bleiben, da man nicht einfach so loslaufen dürfe (SZ vom 12. 11).

"Das war schon sehr enttäuschend für die Kinder", so die Seelsorgerin des Pfarrbezirks. Etwa 400 Gäste seien vor Ort gewesen, da sei es im Gotteshaus teilweise schon sehr eng gewesen. Nach dem letzten Lied wollte man eigentlich loslaufen. Der Umzug sei schon etwas Besonderes für die Kinder, da in der näheren Umgebung nicht mehr viele davon angeboten würden.

Mit der Zeit seien natürlich auch die Eltern unruhig geworden, teilte Kita-Leiterin Elaine Schommer mit: "Die waren schon sehr sauer". Zumal es bereits im vorigen Jahr zu Verzögerungen gekommen sei. Die Kinder seien natürlich ebenfalls sehr traurig gewesen, da ja viele von ihnen extra Laternen gebastelt hätten. Sie weist auch auf den nun verlorenen pädagogischen Effekt hin, dass die Kinder auf etwas hingearbeitet hätten und nun enttäuscht seien. Für eine kirchliche Einrichtung sei dies schon ein sehr wichtiges Fest im Jahreskalender. Zwar seien noch zwei Polizeibeamte nach erneutem Anruf gekommen, diese seien auch sehr verständnisvoll und nett gewesen. Doch der Zug musste ausfallen, eine Absperrung der Strecke konnte nicht mehr stattfinden.

Wichtiges Fest im Kalender

Einer ersten Mitteilung der zuständigen Polizei-Inspektion Sulzbach auf SZ-Anfrage, demzufolge der Martinsumzug schlicht nicht angemeldet gewesen sei, hält sie entgegen, dass dies sehr wohl geschehen sei. In einer Mitteilung per Fax an das Ordnungsamt der Landeshauptstadt Saarbrücken - das unserer Zeitung auch vorliegt - sei der Zug am 26. September angemeldet worden. Dies bestätigt auch die Kommunikationsabteilung der Stadtverwaltung und fügt hinzu: "Darüber wurde die zuständige Polizei-Inspektion Sulzbach am 27. September von uns informiert." Weiter heißt es, dass die Kita am 14. Oktober die Nachricht bekam, dass der Umzug stattfinden kann, da es "von unserer Seite und von Seiten der Polizei keine Bedenken dagegen gab, die Veranstaltung durchzuführen".

"Das tut uns sehr leid", teilte Dienststellenleiter Hans Peter Komp mit, "Veranstaltungen für Kinder liegen uns sehr am Herzen". Nachdem man an besagtem Donnerstagabend durch weitere Anrufe über den Umzug informiert wurde, sei man ja auch sofort zur Stelle gewesen. Er habe alle elektronischen Postfächer durchsucht, die infrage kämen, aber keine Mitteilung vorgefunden. Seine Vermutung ist, dass die Mitteilung der Stadt auf dem postalischen Weg verlorengegangen ist. Seiner Meinung nach ist es jedoch durchaus sinnvoll, mit der gleichen Mitteilung, die an das Ordnungsamt gesendet wird, auch noch die Polizei-Inspektion mit zu informieren. Als kleine Entschädigung bietet er an, dass die Kita-Kinder und -mitarbeiter gerne zu einem Rundgang durch die PI eingeladen seien. Der persönliche Kontakt könne vieles wieder beschwichtigen.