| 19:13 Uhr

Statue „Mutterliebe“ ist wieder im Stadtpark zu bewundern

Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz (links) und der Künstler Roger Kirsch an der restaurierten Statue. Foto: Thomas Seeber
Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz (links) und der Künstler Roger Kirsch an der restaurierten Statue. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Dudweiler. Nachdem Vandalen die Statue „Mutterliebe“ in Dudweiler schwer beschädigten, hat der Künstler Roger Kirsch die Skulptur in 150 Arbeitsstunden restauriert. In einer kleinen Feierstunde wurde die Statue jetzt im Dudweiler Stadtpark wieder aufgestellt. Birgit Oster

Die 1938 errichtete Statue "Mutterliebe", die eine Frau mit zwei Kindern zeigt, ist zum Jahreswechsel Opfer von Vandalismus geworden. Seitdem fehlte der Mutter der Kopf. "Dies ist also mein zweiter Kopf", meinte Roger Kirsch scherzhaft. Innerhalb von etwa 150 Arbeitsstunden restaurierte der bildende Künstler die Statue "Mutterliebe" im Auftrag der Stadt Saarbrücken. Die Arbeit habe sich über etwa ein halbes Jahr hingezogen. Sein Atelier hat der Künstler, der vorrangig Fassaden gestaltet, in St. Avold, geboren ist Kirsch in Forbach. Das erste Haupt, das er restauriert hatte, sei der Kopf eines Engels in der Einsegnungshalle in Jägersfreude gewesen. Die Herausforderung bei der Skulptur im Stadtpark war vor allem, den Halsstumpf an den neuen Kopf anzupassen. Das Haupt selbst hatte er anhand von einigen Fotos restauriert, sodass Blickwinkel, Größe und Neigung übereinstimmten. "Es sollte sehr nahe an das Original herankommen", sagte Kirsch. Der Kopf besteht aus einem Zementgemisch, das vorher in eine Form gegossen wurde. So könne man ihn nochmals nachgießen, falls sich erneut Vandalen an der Figur vergreifen würden. "Das wollen wir aber nicht hoffen", ergänzte er. Letztendlich brachte Kirsch noch Moos und Schmutz an, um den Kopf ähnlich gealtert erscheinen zu lassen wie den noch erhaltenen Korpus.


Als Zeitzeuge hatte Hermann Schon während der kleinen Feierstunde im Stadtpark noch einiges zu erzählen. So berichtete der 1928 geborene ehemalige Bezirksbürgermeister von Dudweiler darüber, wie er während des Zweiten Weltkrieges Zeuge des Absturzes eines US-Bombers geworden war. Das Flugzeug kam unweit des Stadtparks, der früher ein Friedhof war, herunter. Keine Scheibe sei in der Saarbrücker Straße heil geblieben, jedoch: "In unserem Bürgerpark ist nichts kaputtgegangen."