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Statt des Martinsumzugs gab's viele lange Gesichter

Statt des Martinsumzugs gab's viele lange Gesichter

400 Männer, Frauen und Kinder fragten sich in Dudweiler-Süd, wo denn die Polizei bleibt, um den Martinsumzug zu begleiten. Als doch noch zwei Beamte kamen, war es zu spät. Der Chef der Inspektion Sulzbach geht von einer Kommunikationspanne aus.

Große Aufregung in Dudweiler-Süd: Der Martinsumzug, der am 10. November, hätte stattfinden sollen, ist ausgefallen. Dies teilte unserer Zeitung unter anderem Jürgen Crauser mit. Der Dudweiler wollte seine Enkeltöchter bei dem Zug begleiten, der an der Heilig-Geist-Kirche starten sollte. Der Posaunenchor habe schön gespielt. Die Kinder aus der evangelischen Kita Dietrich-Bonhoeffer-Haus hätten eine tolle Version der Martinsgeschichte dargestellt. Das Martinsfeuer habe bereits gebrannt. Doch die Polizei , die die Strecke sichern sollte, kam nicht. Mehr als eine Stunde habe man vergeblich gewartet.

So musste Pfarrerin Marie-Luise Jaske-Steinkamp alle darum bitten, doch in der Kirche zu bleiben, da man nicht einfach so loslaufen dürfe.

"Das war schon sehr enttäuschend für die Kinder", sagt die Seelsorgerin. Etwa 400 Gäste seien dort gewesen. Da sei es im Gotteshaus teilweise sehr eng geworden. Nach dem letzten Lied wollte man eigentlich losziehen. Der Umzug sei schon etwas Besonderes für die Kinder, da es in der näheren Umgebung nicht mehr viele Martinszüge gebe.

Mit der Zeit seien natürlich auch die Eltern unruhig geworden, teilte Kita-Leiterin Elaine Schommer mit: "Die waren schon sehr sauer." Zumal es bereits im vorigen Jahr zu Verzögerungen gekommen sei, wie Schommer hinzufügt. Die Kinder seien natürlich ebenfalls sehr traurig gewesen, da ja viele von ihnen eigens Laternen gebastelt hätten.

Wichtiges Fest im Kalender

Die Kinder hätten auf etwas hingearbeitet und seien nun enttäuscht. Das sei auch aus pädagogischer Sicht bedauerlich. Für eine kirchliche Einrichtung sei dies schon ein sehr wichtiges Fest im Jahreskalender. Zwar seien noch zwei Polizeibeamte nach erneutem Anruf gekommen. Diese seien sehr verständnisvoll und nett gewesen. Doch der Zug musste ausfallen, eine Absperrung der Strecke konnte nicht mehr stattfinden.

Einer ersten Mitteilung der zuständigen Polizei-Inspektion Sulzbach auf SZ-Anfrage, wonach der Martinsumzug schlicht nicht angemeldet gewesen sei, hält Schommer entgegen, dass dies sehr wohl geschehen sei. In einer Mitteilung per Fax an das Ordnungsamt der Stadt Saarbrücken, das unserer Zeitung vorliegt, ist der Zug am 26. September angemeldet worden.

Dies bestätigt auch die Kommunikationsabteilung der Stadtverwaltung und fügt hinzu: "Darüber wurde die zuständige Polizei-Inspektion Sulzbach am 27. September von uns informiert." Weiter heißt es von der Stadt, die Kita habe am 14. Oktober die Nachricht erhalten, dass der Umzug stattfinden kann, da es "von unserer Seite und von Seiten der Polizei keine Bedenken dagegen gab, die Veranstaltung durchzuführen".

"Das tut uns sehr leid", sagte Hans Peter Komp, Leiter der Polizei-Inspektion Sulzbach. "Veranstaltungen für Kinder liegen uns sehr am Herzen." Nachdem weitere Anrufer die Polizei an besagtem Donnerstagabend über den Umzug informierten hätten, sei sie ja sofort zur Stelle gewesen. Er habe alle elektronischen Postfächer durchsucht, die in Frage kämen, aber keine Mitteilung gefunden. Komp vermutet, dass die Mitteilung der Stadt auf dem postalischen Weg verloren ging. Er hält es für sinnvoll, die Mitteilung, die ans Ordnungsamt geht, gleichzeitig der Polizei zu schicken. Als Entschädigung lädt Komp die Kita-Kinder und -mitarbeiter zum Rundgang durch die Inspektion Sulzbach ein.