Spurensuche nach tödlicher Messerattacke in Dudweiler

Drama in Dudweiler : Spurensuche nach tödlicher Attacke

Eine Mutter stirbt auf offener Straße an ihren Verletzungen. Wenig später entdeckt die Polizei ihren Lebensgefährten schwer verletzt in der gemeinsamen Wohnung.

Gellende Hilfesschreie vor Mitternacht, die ein schreckliche Tragödie befürchten lassen: Was war der Auslöser für eine Bluttat mitten in einer Dudweiler Hochhaussiedlung? Das Einzige, was bislang klar ist: Am späten Montagabend müssen sich dramatische Szenen in der Skalleystraße abgespielt haben. Und das alles womöglich vor den Augen eines kleinen Kindes.

Wie Pressesprecher Stephan Laßotta vom Landespolizeipräsidium in Saarbrücken mitteilt, war es nach bisherigem Kenntnisstand kurz vor 23 Uhr zu einem heftigen Streit zwischen einer Frau und ihrem Lebensgefährten gekommen. Worum es dabei ging, ist den Fahndern bislang nicht klar. Die Lage spitzte sich wohl dramatisch zu, der zuerst wortreiche Zoff artete brutal aus. So soll der 37-Jährige nach einem Messer gegriffen und auf die Mutter eingestochen haben.

Das Opfer rannte aus der gemeinsamen Wohnung auf die Straße. Nachbarn bekamen mit, wie die Frau um Hilfe schrie, und alarmierten die Polizei. Beamte entdeckten wenig später die lebensgefährlich Verletzte, die in einer Blutlache auf dem Trottoir lag. Sofort riefen die Polizisten den Notarzt. Der kümmerte sich um die 28-Jährige und deren tiefe Messerstiche. Doch es half nichts: Die gebürtige Kasachin mit deutschem Pass starb nahe der Unglücksstelle.

Wenig später stießen weitere Polizisten auf den schwerverletzten Mann. Er befand sich, ebenfalls blutüberströmt, in der Wohnung, wo sich die Messerattacke zugetragen haben soll. Bisher geht die Polizei nach Laßottas Angaben davon aus, dass er sich „nach der Tat selbst massive Stichverletzungen beigebracht“ hat. Um sein Leben zu retten, wurde er in der Nacht notoperiert. Dazu war der aus Indien stammende Patient in die Saarbrücker Winterbergklinik gebracht worden.

Alles deutet darauf hin, dass der gemeinsame acht Jahre alte Sohn die Bluttat mit ansehen musste. Sein älterer Bruder, ebenfalls ein gemeinsames Kind des unverheirateten Paares, war in der besagten Zeit nicht zu Hause, sondern über Nacht bei Verwandten. Er hatte demnach nichts von der folgenschweren Auseinandersetzung mitbekommen.

Im Laufe des gestrigen Tages wurde die Beweislast für den Mann im Krankenhaus immer ertdrückender. So gehen Polizisten davon aus, dass es sich bei ihm um den mutmaßlichen Täter handelt. Deswegen wurde er vorläufig festgenommen. Einen Antrag auf Haftbefehl beim zuständigen Richter hatte die Saarbrücker Staatsanwaltschaft nach Informationen ihres Sprechers Christoph Rebmann am Dienstag nicht gestellt. Voraussichtlich heute sei damit zu rechnen.

Auf dem Balkon der Wohnung, wo sich die Bluttat zugetragen hat, arbeiten Spurensucher noch in der Nacht. Foto: BeckerBredel

Die Ermittlungen in dem Dudweiler Wohnviertel, das zu einem sozialen Brennpunkt gehört, dauerten den ganzen Tag an. Weiträumig um die Unglücksstelle hatten Fahnder und unabhängige Experten das Terrain abgesperrt.

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