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Solarpark entsteht in Windeseile

Jägersfreude. Bereits im August dieses Jahres soll sie in Betrieb gehen, die auf dem Gelände der Grube Jägersfreude geplante Photovoltaikanlage. Laut Betreibergesellschaft haben Anwohner keine Beeinträchtigungen zu befürchten. Michèle Hartmann

Die Sonne tat sich kaum hervor beim Besichtigungstermin dieser Tage. Das brauchte sie auch nicht - legt man unternehmerische Interessen zugrunde. Erwünscht ist sie jedoch verstärkt etwa ab August, dann möge sie, bitteschön, ihre volle Kraft entfalten. Denn ab diesem Zeitpunkt soll sie brummen, die noch zu installierende Photovoltaikanlage .

Ortstermin mit Rudolf Krumm, Saar-Repräsentant der RAG Montan Immobilien GmbH und zugleich Geschäftsführer der Montan Solar GmbH, auf dem Gelände der ehemaligen Grube Jägersfreude . Nachdem der Saarbrücker Stadtrat am vergangenen Dienstag den Plänen für eine gewichtige Solaranlage zugestimmt hat, haben wir uns an Ort und Stelle umgeschaut. Das sonnige Projekt wird jetzt mit Nachdruck angegangen. Vier Monate rechnet Krumm für das Bebauungsplanverfahren ein, das also bereits im Juli beschlossen werden könnte. Kurz darauf wird die Solaranlage selbst in Angriff genommen. Die wiederum ist - mit ihren zahlreichen Modulen - in rund vier Wochen fertiggestellt.

2,3 Millionen Euro werden hier investiert, bei voller Sonneneinstrahlung können (mit 2,3 Megawatt) am Ende 650 Haushalte mit einem durchschnittlichen Einzelverbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Jahr mit Strom versorgt werden.

Allerdings wurden in den letzten Tagen auch Bedenken von Nachbarn laut. So sorgt man sich im nahen Umfeld vor allem um Lärmbelästigung. Ein besorgter Anwohner trägt Folgendes vor: Bei einem Projekt in der geplanten Größe benötige man Umwandler, die den Strom erzeugen. Die entsprechend großen ,,Wechselrichter" - sie übernehmen die Aufgabe, den gewonnenen Strom nutzbar zu machen - erzeugten extrem hochfrequente Töne, die bis zu einem Kilometer hörbar seien. Für eine 2,3-Megawatt-Anlage würden in der Regel drei Umwandler mit jeweils 800 Kilowatt verwendet. In echten Außenbereichen sei das kein Problem, bei an das Grubengelände angrenzender Wohnbebauung aber sehr wohl. Rudolf Krumm versichert, dass seitens Montan Solar einiges an Vorgaben zu berücksichtigen sei, wozu auch die Lärmemissionen gehörten. Zudem bestehe keine Gefahr durch blendende Reflexionen, weil die Module nicht in Richtung der Häuser ausgerichtet seien.

Und wie lange wird das Unternehmen Montan Solar echte Freude, weil Gewinn, am neuen Projekt haben? Krumm spricht von mehr als 20-jähriger Herstellergarantie für volle Funktionsfähigkeit, danach verringere sich der Wirkungsgrad.

Und warum wird das Grubenareal nicht etwa als Gewerbegebiet genutzt? Es liege zu weit abseits, meint der RAG-Repräsentant, im Übrigen sei die Erschließung teuer und aufwändig.

Die Nutzung der Fläche ist auf maximal 30 Jahre begrenzt. Danach, so Krumm, könne die Photovoltaikanlage komplett zurückgebaut werden.