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Seit 40 Jahren zeigt er sein närrisches Talent

Seit 40 Jahren zeigt er sein närrisches Talent

Der 50-jährige Werner Jungfleisch erhielt kürzlich den Verdienstorden in Gold des Verbandes Deutscher Karneval – die zweithöchste Auszeichnung, die Narren verliehen wird.

Wenn er in seiner Gardistenuniform auf der Bühne steht und ein Mikrofon in der Hand hat, dann ist Werner Jungfleisch in seinem Element. Dann ist er in seiner eigenen Welt, in der Welt der Narretei. Das ist sein Ding. Er will dann nicht sich, sondern die anderen ins rechte Licht rücken. Diese anderen, das sind Tänzerinnen und Tänzer, Sängerin und Sänger, Büttenrednerinnen und Büttenredner. Werner Jungfleisch kündigt sie an, stellt sie vor, macht dem Publikum Lust darauf, sie zu hören oder sie zu sehen. Werner Jungfleisch ist der Sitzungsleiter des Kaltnaggischer Gardisten Corps (KGC). Maître de plaisier heißt das bei den Gardisten. Das KGC ist der jüngste der sechs Dudweiler Karnevalsvereine. Die Kaltnaggischer Narren gibt es seit dem Jahr 2000. Von Anfang an ist Werner Jungfleisch dabei und zwar als Maître de plaisier. Kürzlich, beim Ordensfest im Saal der evangelischen Kirche in Herrensohr , da erfuhr der 50-Jährige eine ganz besondere Ehrung. Achim Pitz, der Regionalvertreter Saarbrücken/Obere Saar des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine, überreichte Jungfleisch den Verdienstorden in Gold des Verbandes Deutscher Karneval . Es ist die zweithöchste Auszeichnung, die Narren verliehen wird. Der 50-Jährige erhielt diese Ehrung, weil er sich schon seit 40 Jahren um das Brauchtum Faasenacht kümmert. Für Werner Jungfleisch kam die Auszeichnung völlig überraschend. Und die vielen Gäste staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass sich der 50-Jährige schon seit 40 Jahren der Faasenacht verschrieben hat. "Er ist Fastnachter durch und durch", erklärte Pitz. 1974, also im, Alter von zehn Jahren, trat Werner Jungfleisch dem Dudweiler Carneval Club (DCC) bei. Seither ist er ununterbrochen in der saarländischen Fastnacht tätig. Zunächst war der junge Bub im Spielmannszug des DCC, spielte dort viele Jahre die Querflöte und war auch stellvertretender Spielmannszugführer. Schnell erkannten die Verantwortlichen sein närrisches Talent. Werner machte bei Sketchen mit und stand mit 16 Jahren zum ersten Mal in der Bütt. Später war er dann auch bei den Gardisten des DCC. Und als diese sich dann 2000 als Kaltnaggischer Gardisten Corps selbstständig machten war Jungfleisch dabei. Seither fungiert er als Maître de plaisier und ist mittlerweile auch Vizepräsident des Vereins.

"Mir wurde das Narren-Gen in die Wiege gelegt", sagt Werner Jungfleisch. Während der Session absolviert er zwischen 70 und 80 Termine. "Für mich ist die Faasenacht ein ganz wichtiges gesellschaftliches Ereignis", stellt er klar. "Wenn die Leute zu unseren Veranstaltungen kommen, dann sollen sie lachen und sich freuen, für ein paar Stunden dem Alltagstrott entfliehen." Neben Urkunden und Verdienstorden gab es von Achim Pitz noch ein besonderes Lob für Jungfleisch. Als Hauptverantwortlicher hatte der 50-Jährige mit dem KGC die diesjährige landesweite Sessionseröffnung des VsK in Dudweiler organisiert.