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| 21:52 Uhr

Narren blitzen ab
Schwarz will partout nicht den Weg freimachen

Lebhaft waren die Verhandlungen am Mittwochabend im Dudweiler Bürgerhaus.
Lebhaft waren die Verhandlungen am Mittwochabend im Dudweiler Bürgerhaus. FOTO: Iris Maria Maurer
Dudweiler. Bezirksbürgermeister übergibt Rathausschlüssel nicht an die Narren. Die starten morgen einen zweiten Versuch.

„Was issen hie los in meinem Haus – was siehn ich do für Gestalte, ach du Graus“, entfährt es dem Verwaltungschef. Doch hier geht es nicht um einen weiteren Verhandlungstag zur Bildung einer Großen Koalition – hier stehen wichtige Punkte auf der Tagesordnung: die Übernahme der Regentschaft im Rathaus. Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz wehrt sich am Mittwoch im Bürgerhaus standhaft gegen die versammelte Narrenschar der örtlichen Karnevalsvereine.

Ihm gegenüber sitzt als Wortführer der Karnevalisten Werner Jungfleisch vom Kaltnaggischer Gardistencorps (KGC). Der meint ganz forsch: „Wir fordern hier daher, ohne das es kracht: Wir Narren müssen an die Macht“. Jeder seiner Sätze erhält närrischen Applaus und lauten Jubel von den um ihn herum drapierten Tollitäten. Widerstand habe keinen Zweck, sagt er und fügt hinzu: „Gugg dich mol um und sei gescheit“.

Unterstützung erhält Jungfleisch vom KGC-Kinderprinzenpaar. Prinz Mario I. beschreibt ein Utopia: „Bereits jetzt vor den Dudweiler Toren, ist Kaltnaggisch ein Königreich ohne Sorgen.“ Er hofft, dass der Appell an Schwarz funktioniert, der ja selbst ein Herrensohrer ist. Prinzessin Angelina I. versucht es mit weiblichem Charme: „Drum sei so lieb und komm zu mir – geb mir den Schlüssel zum Königreich Dudweiler hier.“ „Ihr Narre wolle es nidd kapiere, ich wirre niemols kapituliere!“, zeigt sich der Bezirksbürgermeister standhaft. Auch er hat seinen Hofstaat dabei, die närrischen Verwaltungsmitarbeiter zollen ihm Respekt.

Die Narrenschar indes schickt ihm laute „Buh!“-Rufe entgegen und versucht es mit anderen Mitteln: Sie schickt die Aktiven-Showtanzgruppe auf die Bühne. In blau-goldenen Pharaonen-Kostümen legen sie einen flotten Ägypten-Tanz aufs Parkett. Doch Schwarz rückt den Schlüssel zum Rathaus einfach nicht raus. Darum schicken die Narren eine weitere entwaffnende Truppe: Die Juniorengarde von der KG Pfaffenkopf. Die stellt – verboozt in blau-weißen Schlafanzügen, die mit weißen Herzen verziert sind – eine nächtliche Party während eines Schulausfluges dar.

Reiner Schwarz droht, zu kippen: „Der Donz, das muss ich eich lasse, der war nedd nur grandios, der war wirklich klasse.“ Doch auf die erneute Aufforderung, endlich den Schlüssel rauszurücken, entfährt ihm ein kräftiges „Nein“. „Der Reiner, der bleibt stur, drumm bleibt uns heute eines nur“, sagt Jungfleisch, am Rande der Verzweiflung. Die Verhandlungen werden abgebrochen und vertagt. Wer wissen möchte, wie es weitergeht, sollte sich am Freitagabend um 19.11 Uhr am Anger einfinden. Dort trifft sich die Narrenschar, um das Rathaus zu stürmen und die Macht an sich zu reißen. (> Seite C 2)

(bo)