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Im Fall des Falles
Schnelle Hilfe in Ausnahmesituationen

Fröhliche Runde auf der Terrasse des St. Irmina Seniorenheims in Dudweiler.
Fröhliche Runde auf der Terrasse des St. Irmina Seniorenheims in Dudweiler. FOTO: Iris Maria Maurer
Dudweiler. Im Seniorenhaus St. Irmina in Dudweiler gibt es eine Notfall-Versorgung rund um die Uhr auch an Wochenenden. Von Michèle Hartmann

Kater Felix, das hübsche Tier, erobert das Umfeld seines Zuhauses bei strahlendem Sonnenschein. Streckt dabei auch mal kurz seinen Kopf in den Besprechungsraum, in dem gerade ein paar Zweibeiner zusammensitzen und miteinander reden. Draußen lädt die große schmucke Terrasse ein paar betagte Herrschaften zum fröhlichen Verweilen ein. Kater Felix ist gut unter, sein Körbchen steht bei Cornelia Steuer. Als Notfall kam die Frau vor einiger Zeit hierher – und blieb. Und schon sind wir beim eigentlichen Thema: bei der Notfall-Versorgung im Caritas Seniorenhaus St. Irmina in Dudweiler.


Im Gespräch mit der Leiterin des Hauses, Ute Krüger, und Pflegedienstleiter Daniel Jenal erfahren wir, was es damit auf sich hat: Krüger spricht von einem Alleinstellungsmerkmal der Einrichtung vis à vis zur Klinik St. Josef. Das Seniorenhaus stehe für Notaufnahmen auch außerhalb der Bürozeiten zur Verfügung. In Ausnahmesituationen werde schnell und pragmatisch nach Lösungen für Menschen in brenzligen Situationen gesucht.

In solch eine Situation kann man ganz schnell geraten. Etwa dann, wenn beispielsweise eine pflegende Person schwer stürzt oder einen Schlaganfall erleidet und somit außer Gefecht gesetzt ist. Oder wenn ein alter Mensch aus einer völlig verwahrlosten Wohnung herausgeholt wird. Oder wenn eine Wohnung nach einem Wasserschaden nicht mehr brauchbar ist.

Es gibt auch Fälle, in denen Angehörige einem hilfsbedürftigen Menschen Gewalt antun, die Polizei einschreitet und für das Opfer eine Möglichkeit der Unterbringung sucht. Es geht halt darum, einem Menschen in misslicher Lage vorübergehend ein Dach über dem Kopf bieten zu können. Dann schrillen in St. Irmina alle Alarmglocken, weil Hilfe nun dringend geboten ist.

Kontaktiert wird die Einrichtung von Angehörigen in Not geratener  Menschen, Hausärzten, Rettungsdiensten, von Krankenhäusern oder auch von ambulanten Pflegediensten und, wie gesagt, von der Polizei.



Man stehe zu jeder Tageszeit, auch an den Wochenenden und an Feiertagen zur Verfügung, so Ute Krüger und Daniel Jenal. Und: „Bis jetzt konnte immer eine Lösung gefunden werden, und wenn es nur für zwei Tage war. Und falls wir für einen längeren Aufenthalt keinen Heimplatz zur Verfügung stellen können, sind wir gerne bei der Vermittlung in eine andere Einrichtung unseres Trägers, der cts, behilflich.“ Kein hilfloser Mensch werde somit allein gelassen, auch wenn er mal völlig allein zu sein scheint.

Gelegentlich werden bei der Unterbringung im Notfall auch ein paar andere Probleme gelöst. So hat man immer Kleidung vorrätig, wenn ein Mensch sie nötig hat. Im Übrigen ist manchmal auch gründliche Recherche vonnöten, wenn es um die Verabreichung von Medikamenten geht. St. Irmina muss also alle Informationen einholen, die man beim „normalen“ Aufnahmegespräch quasi frei Haus geliefert bekommt. Was unter Umständen mühsam und zeitaufwändig ist. Und manchmal, sagt Ute Krüger lächelnd, leiste man auch Detektivarbeit bei der Ermittlung von Angehörigen.

Und was kostet die Versorgung im Notfall? Ab Pflegegrad 2, so die Heimleiterin, wird das Ganze gehandhabt wie bei der Kurzzeitpflege. Die Angehörigen können somit einen Antrag an die Pflegekasse stellen, die dann die rund 40 Euro pro Tag übernimmt.

Im Seniorenhaus St. Irmina sind 90 Menschen beschäftigt – von der Reinigungskraft bis zum Pflegepersonal. 97 Bewohner zählt die Einrichtung aktuell – inklusive Kurzzeitpflege und vier Tagespflegeplätzen.

Kontakt: Tel. (0 68 97) 91 91 00; E-Mail an info@seniorenhaus-dudweiler.de.

Im Seniorenheim (von links): Ute Krüger, Cornelia Steuer und Daniel Jenal.
Im Seniorenheim (von links): Ute Krüger, Cornelia Steuer und Daniel Jenal. FOTO: Iris Maria Maurer