Schlechte Grünpflege bei Parks und Friedhöfen: Ärger in Saarbrücken

Parks und Friedhöfe : Ärger wegen schlechter Grünflächenpflege

Schwierige Suche nach Gärtnerfirma sorgte auch in Dudweiler für Verzögerungen und spärliche Arbeit.

„Die Pflege war mangelhaft, gar keine Frage“, stimmte Volkmar Schulz der allgemeinen Kritik zu. Der Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün und Friedhöfe der Landeshauptstadt Saarbrücken war bei der jüngsten Sitzung des Dudweiler Bezirksrates zu Gast. Er stand den Räten Rede und Antwort zur Pflege der Grünanlagen im Stadtbezirk – und daran gab es in den zurückliegenden Monaten einiges zu bemängeln. Wie üblich mussten die Arbeiten bundesweit ausgeschrieben werden, wie Volkmar Schulz ausführte. Günstigster Bieter sei 2018 eine Gärtnerfirma aus dem nördlichen Saarland gewesen, mit der man vorher noch nie zusammengearbeitet hatte.

Leider habe sich bereits nach dem ersten Pflegegang herausgestellt, dass die Arbeiten nur mit großem Zeitverzug und unvollständig erledigt wurden. Darauf bat die Firma um Entlassung aus dem Vertrag, mit der Begründung, dass man sich übernommen habe. „Wenig später hat die Firma dann auch Insolvenz angemeldet“, so Schulz weiter. Man habe zügig Kontakt mit dem seinerzeit zweitgünstigsten Bieter aufgenommen, um die Bedingungen für eine mögliche Übernahme des Vertrages zu sondieren. Bereits hier habe sich abgezeichnet, dass es zu Verzögerungen komme und es auch Einbußen bei der Qualität geben würde. „Das hat auch uns keinen Spaß gemacht“, so der Verwaltungsmitarbeiter.

2019 habe es insgesamt nur zwei Anbieter gegeben, wobei einer derselbe aus dem Vorjahr war. Der zweite sei im Vergleich mehr als 100 000 Euro teurer gewesen. Der Auftrag musste deshalb wieder an das Unternehmen aus dem Vorjahr vergeben werden. Die Ausschreibung für 2020 sei derzeit in Vorbereitung. Dabei könnten die Mittel um 30 000 Euro erhöht werden. Aufgrund der Marktsituation im Grünpflegebereich werde es immer schwieriger, zuverlässige Firmen zu finden. Die bittere Erkenntnis: Mit Grünpflege ist im Augenblick kein Geld zu verdienen. Die Aufstockung des eigenen Personals sei kaum möglich. Bezirksbürgermeister Ralf-Peter Fritz regte an, die Problematik in den Stadtrat einzubringen.

Für die Beschaffung von Sachmitteln und die Auftragsvergabe steht ein Budget in Höhe von 160 000 Euro zur Verfügung. Davon entfallen allein auf die Vergabe von Pflegeaufträgen an Fremdfirmen 133 000 Euro. In Dudweiler arbeiten ein leitender Bezirksgärtnermeister und sieben Gärtner. Die Gesamtgröße der zu unterhaltenden Grünflächen beträgt 35 Hektar. Dazu gehören unter anderem 19 öffentliche Spielplätze, neun Spielplätze an Schulen und Kindergärten, fünf Bolzplätze, zwei Skateanlagen, elf Außenanlagen von Schulen und Kindergärten, 841 Bäume an Straßen sowie rund 350 Einzelflächen unterschiedlicher Größe.

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