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Musikfestival
Rockige Klänge in morbider Industrieromantik

Die Band „Krach Capella Nigra“ aus Trier vereinte Gipsy-Töne mit harten Punkklängen. Einige Besucher bewiesen auf der Tanzfläche, dass sich zu dem schnellen Rhythmus sehr gut tanzen ließ.
Die Band „Krach Capella Nigra“ aus Trier vereinte Gipsy-Töne mit harten Punkklängen. Einige Besucher bewiesen auf der Tanzfläche, dass sich zu dem schnellen Rhythmus sehr gut tanzen ließ. FOTO: Kultgießerei
Dudweiler. Der Verein Kultgießerei hat am vergangenen Sonntag zum Musikfestival ins historische Gemäuer geladen. Dort konnte man fünf Bands erleben. Von red

Der Verein Kultgießerei hatte sich in diesem Jahr musikalisch viel vorgenommen. Als Kooperationspartner der Landeshauptstadt präsentierte der Verein ein Festival im Rahmen der „Fête de la Musique“  mit fünf Bands und einer Solistin auf zwei Bühnen. „Man kann sagen, es ist rundum gelungen, ein schönes Festival mit Leidenschaft zu kreieren“, sagte ein Vereinssprecher. Mehr als 1500 Besucher waren am Sonntag in Dudweiler auf dem Festival versammelt.


Das Programm bestach vor allem durch musikalische Abwechslung: Sonntags zum Auftakt mit einer Rockband anzutreten war sicher mutig. Doch die Coverband „Motorpotis“ füllte mühelos den Zuschauerraum im Putzhaus der ehemaligen Eisengießerei Schulde. Souverän spielten sie ihr Programm. Das nachfolgende Chicken-Bone-Trio kam aus Frankreich zu Gast in die Kultgießerei. Ihr klarer Sound und ihr Bluesrock kannte nur eine Botschaft: Wir wissen wie es geht. Die Zuschauer waren begeistert, und das Trio bekundete sofort Interesse, an diesem außergewöhnlichen Standort noch einmal aufzutreten.

Die Solistin Judith Rosch sorgte in den Umbaupausen mit ihrer Gitarre immer wieder für ruhigere Momente auf der kleinen Bühne im Oldtimer-Café. Viele nutzten die Umbaupausen auch, um die Mal- und Kunstwerkstatt von vier ansässigen Künstlerinnen zu besuchen. Oder im Fotostudio von Jürgen Isberner an einem Intensiv-Workshop „Porträt-Fotografie“ teilzunehmen. Die Einnahmen spendete der Fotograf über die Initiative „We are one“ für krebskranke Kinder.



Aus Trier kam die Band „Krach Capella Nigra“. Ihr besonderer Sound verbindet Gipsy mit harten Punkklängen. Die Sängerin zog vor allem mit ihrer klaren, eher tiefen Stimme das Publikum in ihren Bann.

Kulturdezernent Thomas Brück, ließ es sich nicht nehmen, die Mitglieder des Vereins für ihr großes Engagement und ihr gelungenes Fest zu loben. Er stellte in Aussicht, sich mit ihnen zusammenzusetzen, um gemeinsam nach einer tragfähigen Zukunft für die Initiative zu suchen. Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz freute sich ebenfalls über die Tatkraft des Vereins.

Die bekannte Saarbrücker Gruppe Mikromoon setzte mal wieder ihre eigenen Akzente. „Songs aus Silber und Seide“ nahmen die Menschen auf eine fantastische Reise mit. Romantische Liebeslieder groovten genauso wie die schnellen, tanzbaren Temperamentsausbrüche der charismatischen Sängerin.

Die nächste Umbaupause gestaltete sich etwas länger als üblich, was die Besucher nicht allzu sehr störte. Denn es gab viel anzusehen und Leckeres zu testen. Neben den Würsten eines Dudweiler Metzgers gab es auch außergewöhnliche Angebote einer Ernährungsberaterin.

Am Mittag hatte kurzfristig die Abschluss-Band „Bobbys“ wegen Erkrankung ihres Sängers absagen müssen. Innerhalb von wenigen Stunden gelang es jedoch dem Team der Kultgießerei, mit der Band „Man Zounds“ kurzfristig noch einen adäquaten Ersatz zu finden. Das Trio legte mit viel Energie los und forderte am späten Sonntagabend noch die letzten Kraftreserven so mancher Tänzer. Den Menschen des Vereins Kultgießerei ist es gemeinsam mit vielen engagierten Helfern gelungen, ein wunderbares Festival mit Bands von hoher Qualität zu schaffen, sagte ein Vereinssprecher. Als nächster Auftritt ist bereits „An Erminig“ für den 15. August gebucht. Wer hingeht, kann die Musik in leicht morbider Industrieromantik genießen.